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Nach 80 Jahren hat man sich an die „italienischen“ Namen gewöhnt - Vor allem die Italiener

Sicher hat man sich daran gewöhnt. Dies war auch von Anfang an die Intention des Erfinders und des faschistischen Regimes.

Die bloße Feststellung „man hat sich daran gewöhnt“ würde also bedeuten, dass man im Nachhinein diejenigen belohnt, die aus imperialistischen Überlegungen heraus die pseudoitalienischen Namen auferlegt haben, und die es von Anfang an darauf angelegt haben, dass die Zeit verstreicht, bis das, was unnatürlich ist, als völlig natürlich und normal empfunden wird.

In Katalonien hatte man sich an die hispanisierten Namen auch gewöhnt. Und trotzdem wurden sie – und dies nach 250-jähriger amtlicher Gültigkeit! – 1983 aus dem amtlichen Gebrauch entfernt.

Im gesamten EU-Raum und darüber hinaus haben die von einem nationalstaatlichen Regime willkürlich aufoktroyierten Namen keine amtliche Gültigkeit mehr. Warum sollte Südtirol eine Ausnahme bilden?

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Man soll Respekt vor den Italienern haben und ihnen nicht das Recht absprechen, ihre eigenen Namen zu gebrauchen

Grundsätzlich: Der Respekt vor den Italienern hat nichts mit dem Respekt vor der faschistischen Namengebung zu tun. Genauso hat die Existenzberechtigung der Italiener in Südtirol nichts mit der Existenzberechtigung der faschistischen Toponomastik zu tun. Dies ist nur eine Fehlinterpretation des Faschismus.

Faschistische Falschnamen, die nur dazu da sind, Südtirols Sprach- und Siedlungsgeschichte immer noch in ein falsches Licht zu rücken, verdienen keinen Respekt!

Außerdem sind die pseudoitalienischen Namen nicht nur Sache der Italiener. Sie werden allen Sprachgruppen vorgesetzt und stellen somit für alle eine ideologische und kulturelle Nötigung dar: Auf Schildern, in Texten, ja sogar in persönlichen Dokumenten.

Wenn etwas Respekt verdient, dann sind es die historischen Namen.

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Ein Unrecht kann nicht durch ein zweites Unrecht beseitigt werden

Was ist Unrecht? Historisch gewachsene Namen zu beseitigen und neue Namen zu erfinden, oder erfundene Namen, die auf dem Prinzip einer Scheingeschichte und einer Scheinkultur beruhen, abzuschaffen und die historischen Namen wieder herzustellen?

Handelt es sich wirklich in beiden Fällen um ein Unrecht?

Kategorie: Faschismus
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Dem Frieden zuliebe sollte man alles so lassen wie es ist. Lasst uns lieber nach vorn blicken

Seien wir ehrlich: Ist es nicht eine glatte Lüge, von Frieden zu reden, wenn ein faschistisches Unrecht fröhliche Urständ feiert? Ist es nicht nur ein Scheinfriede, wenn dieser nur darauf aufbaut, dass faschistisches Unrecht relativiert und ignoriert wird?

Wie kann man in eine friedvolle Zukunft blicken, ohne dass man vorher Vergangenheitsbewältigung betrieben und das gut gemacht hat, was schon längst überfällig gewesen wäre?

Kategorie: Faschismus
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Die deutschen Namen sind für Italiener schwer aussprechbar

Seien wir ehrlich: Sind Algund, Vahrn, Marling und Waidbruck wirklich schwerer auszusprechen als Lagundo, Varna, Marlengo und Ponte Isarco? Sind Talvera, Passirio und Aurino wirklich leichter auszusprechen als Talfer, Passer und Ahr? Und Colle Isarco, Prato Isarco, Oltrisarco? Sind diese Namen leichter aussprechbar als Gossensass, Blumau und Oberau?

Ging es Tolomei wirklich darum, dass die Namen für die Italiener leichter aussprechbar sind?

Will man tatsächlich die Italiener für dumm erklären und ihnen die Fähigkeit absprechen, nicht italienisch klingende Namen zu artikulieren?

Der unvoreingenommene, gebildete und kulturbewusste Italiener verwendet schon heute das historisch gewachsene Namengut und will die Identität des Landes in seiner Ursprünglichkeit und Unverfälschtheit erfahren.

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Die Italiener in Südtirol haben ohnehin schon so wenig zu melden. Man sollte ihnen zumindest ihre Toponomastik lassen, damit sie sich zu Hause fühlen

Wenn die Italiener in Südtirol glauben, wenig Mitspracherecht zu haben, dann liegt dies bestenfalls daran, dass auch sie Opfer des Faschismus sind.

Sie wurden nach Südtirol gelotst im guten Glauben, dies sei ein uritalienisches Land, und die Toponomastik war von Anfang an dazu da, um die Italiener auf eine falsche Fährte zu locken.

Eine wahre, überethnische Toponomastik hingegen trägt dazu bei, dass auch die Italiener endlich lernen können, sich mit unserem Land und seiner wahren Geschichte zu identifizieren und auf die faschistisch unbelastete Geschichte und Namengebung dieses Landes stolz zu sein, statt ständig auf die faschistische Namengebung zu beharren.

Nur so können sie sich hier wirklich zu Hause fühlen.

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Dem ausländischen Gast muss Südtirol als mehrsprachiges Land präsentiert werden. Die italienischen Namen sind eine Bereicherung

Es stimmt: Südtirol ist ein mehrsprachiges Land. Aber nicht flächendeckend! Und Mehrsprachigkeit hat mit Mehrnamigkeit nichts zu tun.

Das Aostatal ist beispielsweise ebenfalls ein mehrsprachiges Land: Frankoprovenzalisch, Italienisch, Walserdeutsch. Trotzdem wurden dort die italianisierten Namen abgeschafft. Amtliche Gültigkeit haben nur die historisch gewachsenen Namen.

Was auch stimmt: Die italienischen Namen sind eine Bereicherung, aber nur, sofern sie echt sind. Alle Namen, die historisch gewachsen und nicht historisch gefälscht sind, sind eine Bereicherung.

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Der italienische Gast findet sich in Südtirol mit rein deutschen Straßenschildern und Ortsbezeichnungen nicht zurecht

Wenn es heißt, der italienische Gast findet sich in Südtirol mit rein deutschen Straßenschildern nicht zurecht, dann werden die Italiener einmal mehr für dumm erklärt.

Wie schaffen es die Italiener dann bloß, von Deutschland und Österreich wieder über den Brenner zurück nach Italien zu finden, wenn nördlich des Brenners überall nur Brenner, Sterzing, Bozen, Gossensass angeschrieben ist?

Auf der ganzen Welt gibt es italienische Touristen, die auch ohne italienische Namen zurechtkommen.

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Ein jeder Name ist irgendwann einmal erfunden worden

Freilich, aber es kommt auf die Intention und die Umstände an. Erfindung und Erfindung sind nicht immer dasselbe.

Ein Name kann auf natürliche Art und Weise entstanden sein und aus der bloßen Notwendigkeit heraus, neu erschlossenes Gebiet zu benennen.

Ein Name kann aber auch auf unnatürliche Weise entstanden sein, d. h. vom Schreibtisch aus fabriziert worden sein, und dies aus imperialistischen Überlegungen heraus.

Und Letzteres trifft auf Tolomeis Namen zu.

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Man kann die Geschichte nicht auslöschen. Die Geschichte hat ihre Dynamik, auch die Geschichte der italienischen Toponomastik

Niemand will die Geschichte auslöschen, sondern aus ihr lernen: Man soll sehr wohl die faschistische Geschichte dokumentieren, aber in Büchern, und nicht auf Ortschildern!

Auf Südtirols faschistische Vergangenheit, die in der Toponomastik immer noch allgegenwärtig ist, braucht man gar nicht stolz sein, im Gegenteil: Man kann sich nur dafür schämen.

Wenn jemand für die Dynamik der Geschichte plädiert und gleichzeitig sagt, die Geschichte kann man nicht auslöschen, nur weil sie gerade zu seinen Gunsten steht, müsste er auch eingestehen, dass die Geschichte auch weiterhin dynamisch bleiben sollte: Das, was wieder gut zu machen ist, soll gut gemacht werden. Das ist die wahre Dynamik der Geschichte.

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Konrad Hermann Joseph Adenauer, (* 5. Januar 1876 in Köln; † 19. April 1967)

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