Tracht

Die Meraner Schützen tragen die Burgräfler Tracht. Diese Tracht hat seinen Ursprung im 15 Jahrhundert und war einst die Kleidung der Bauern und Handwerker. Seit ungefähr 1750 hat sich diese Tracht weitgehend nicht mehr verändert. Sie setzt sich wie folgt zusammen:

 

  • Pfoat: Weites aus Leinenstoff bestehendes Hemd. Besonders die Ärmel sind weit und bauschig und an den Achseln und am Handgelenk sehr stark gefältet. Je ein oder zwei kleine Messinghafteln (Messinghaken) verschließen beide Ärmel und den Halsbund.
  • Leibl: Eine Art Weste aus rotem Scharlatin hergestellt. An der Vorderseite wird sie mit Glasknöpfen die auf rotem Grund eine Edelweißblume zeigen einreihig zugeknöpft.
  • Housn: Kniefreie Lederhosen die an der Innenseite des Knieteils mit einem sechs Zentimeter langen Schlitz versehen sind welcher am Unteren Ende mit einem irchen Band verbunden ist. An den beiden Außenseiten führen bis zum Hosenbund rote dünne Schnüre herauf. Vorn an den Hosen sind zwei Säcke (Taschen), die mit je einem Knopf verschlossen werden und an den beiden Außenseiten öffnen sich in guter Handbreite die Schlitze der sogenannten Schlitzsäcke.
  • Housnheber: Gemusterter Hosenträger aus grünem Tuch mit einer starken Leinenfütterung. Zum Einhängen an den Hosenhaften gehören zwei Öffnungen mit Irch verstärkt.
  • Strümpfe: Es wird zwischen Sommer- und Winterstrümpfen unterschieden. Die Sommerstrümpfe werden von Ostern bis Allerheiligen getragen und bestehen aus königsblauen Baumwollzwirn. Im Burggrafenamt tragen nur die Meraner blaue Strümpfe. Die Winterstrümpfe sind aus weißem Wollzwirn gefertigt.
  • Strumpfbänder: Die Strümpfe werden unterhalb der Knie festgehalten; jedoch so, daß ober dem Band noch ein Strumpfrand von einem Zentimeter bleibt. Das zwei Zentimeter breite Band aus violett-bräunlich gefärbter, gewirkter Seide, ist so lang, daß es dreimal um den Strumpf und das Bein gewickelt werden kann.
  • Schuech: Schuhe mit einem ziemlich hohen, nach unten schmäler verlaufenden Absatz. Der Auschnitt des Schuhoberteiles reicht nur am Enkl (Knöchel) tief herab, so daß er ihn vollständig frei läßt. Dieser Ausschnitt und der offene Schlitz, der bis zum Rist hinaus reicht, ist mit einem schwarzen Samtband berandet. Zum Zubinden dienen moderne Schwarze Schuhbänder, die etwas über Normallänge haben, weil die Öffnung hierfür unnötig eng nebeneinander sind. Rückwärts an den Fersen ist je eine Blumenverzierung in Federkielstickerei angebracht.
  • Leibbind: Ledergurt kurz auch Bind genannt, ist ein beachtenswertes Schmuckstück der Tracht. Die Bind bedeckt den obersten Rand der Hosen und einen Teil des Leibls. Zwischen diesem und der Bind wird das Schnäuztüechel (Sacktuch) eingeschoben. Die Bind hat eine Breite von 15 bis 18 Zentimeter und ist reichlich mit Federkielstickerei verziert. Zum Verschließen ist sie mit einer Schnalle (Schließen) von schönen getriebenen Messingblech versehen. Der Schmitz, ist das kleinere Ende des Leibriemens, hat eine Reihe kleiner Löcher, an denen je nach Bedarf der Schließen festgemacht werden kann. Zum Unterschied zu den Passeirern wird die Bind so getragen, daß die Schnalle (Schließen) nicht vorne sondern rückwärts zu sitzen kommt.
  • Halsbind (Halsflor): Feines Gewebe aus Seide in schwarzer Farbe, das ein wenig in das bräunliche geht. Sie ist 20 bis 30 Zentimeter breit und beinahe zwei Meter lang. Sie wird zweimal um den Hals gelegt und vorn zu einer losen Schlinge gewunden. Beide Enden werden unter dem Hosenheber durchgezogen und in die linke Achselöffnung des Leibls gesteckt.
  • Hemat; Hemet: Es wird aus bräunlichem, schwarzen Loden gefertigt. Das Rumpfoberteil hat drei Schnitte. Die Schösse bestehen aus vier Teilen, die am Rumpfstück festgenäht sind und frei herabhängen. Die Ärmel reichen bis zu den Handgelenken, wo sie fünf Zentimeter breit geschlitzt sind. Das Hemat ist kragenlos, aber der Halsausschnitt ist stark abgenäht. Vorn ist an beiden Seiten ein handbreiter zinnoberroter (scharlatiner) Aufschlag. Derselbe verläuft in einer schwungvollen Linie vom Halsauschnitt bis zu den Schößen hinab. Das Hemat hat vorne keine Verschließmöglichkeit, so daß die Brust nicht davon verdeckt wird.
  • Huet (Alt - Meraner Schützenhut): Der Hut hat einen Durchmesser von 50 - 60 Zentimeter. Der unter Flügelrand ist mit einem 10 Zentimeter breiten Seidenband eingafassen. Der grün farbene Hut ist mit je zwei grün, rot und goldenen Schnüren verziert, die als Abschluß je zwei kleine Tschöggelen (Quasten) rückwärts über die Hutkrempe legen.

Zur Meraner Schützentracht gehören auch das Tragen der Chargen. Im Gegensatz zu anderen Kompanien tragen die Schützen der Schützenkompanie Meran keine Sterne. Den Meraner Schützen ist der Erhalt der ursprünglichen Tracht sehr wichtig deshalb wird jede Art von Uniformierung abgelehnt. Um trotzdem einen Unterschied in den Rängen zu ermöglichen werden Chargen in Form von Tiroler Adlern getragen.

Hauptmann: Goldadler - Als Kommandierender trägt er auch die Feldbinde. 
Oberleutnant: Silberadler
Leutnant: Bronzeadler
Der Fähnrich trägt die Fahnenschleife.


   

Kompanie