Chronik
19. Jahrhundert und das letzte Aufgebot

1837: Durch eine neue Landesverteidigungs- und Schießstandordnung wurde festgesetzt daß jeder Tiroler vom 18. Bis zum 30. Lebensjahr zum aktiven Schützendienst angehalten wurde. Jede Kompanie bestehe aus 120 bis 150 Mann und wähle ihre Offiziere selbst. Aufgrund der Jahre unter Bayerns Herrschaft sowie der folgenden kriegslosen Zeit bildete sich das Schützenwesen erst wieder allmählich, da viele keine Gewehre mehr besaßen.

Am 20. August 1838 war Kaiser Ferdinand samt Kaiserin und zahlreichem Gefolge nach Meran gekommen. Anläßlich dieses hohen Besuches marschierten die Schützenkompanien Passeier, Meran und Lana auf, bildeten die Ehrenwache sowie den anschließenden Umzug durch die Stadt. Dann wurden Sr. Majestät neben den Enkeln Andreas Hofers noch die zwei Landsleute Blasius Trogmann (Fink) von Mais und Matthias Ladurner (Oberdorner) von Algund, die ihrer Verdienste wegen bei der Huldigung die mittlere goldene Ehrenmedaille erhalten hatten, vorgestellt. Den Schützen des Burggrafenamtes machte Sr. Majestät eine große Freude, indem er ihnen ein Best von 500 fl.C.M. übermachte.

19. April 1839: Anläßlich des Geburtstages Kaiser Ferdinands wurde die am 20.August 1838 von Sr. Majestät geleistete Best im Schießstand von Meran feierlich eröffnet. An diesem Schießen beteiligten sich 251 Schützen.

Herbst 1847: Kaiserliches Freischießen in Meran, bei welchem auch Erzherzog Johann teilnahm.

23. März 1848: Wahl der Offiziere der ersten Meraner Schützenkompanie. Es wurden gewählt: Hauptmann Karl Gaberle, pensionierter k.k. Jägerhauptmann; Oberleutnant Josef Kirchlechner; Unterleutnant Anastas Kerber und Josef Koch.

13. April 1848: Eine Stafette von Schlanders mit der Anzeige, daß 400 Italiener das Wormser Joch besetzt und gegen die Franzenshöhe vorrücken, erreichte Meran. Darauf wurden Eilboten verschickt um die Schützenkompanien aufzubieten. In Meran meldeten sich 37 Freiwillige zum Auszug, sowie 25 Standesschützen. Der pensionierte Hauptmann Gaberle bot sich als Schützenhauptmann an. Die Kompanie der Meraner Freiwilligen zog nach Schlanders. Wie eine Mitteilung von dort berichtete, war "der Geist der Truppe der beste, die Begierde sich zu schlagen allgemein." Aber schon dort taucht der Zweifel auf, "ob die Kampflust aber auch ihre Befriedigung finden wird, denn wie man hier erfahren haben, sollen sich die Insurgenten bereits auf dem Rückmarsch befinden." Tatsächlich erwies sich dann der Lärm wegen des Wormser Joches als Fehlallarm. Fünfzig italienische Arbeiter, die dort auf tirolischem Boden gelagert hatten, waren gekommen, um ihre Werkzeuge und Lebensmittel abzuholen. Die gelagerten Baracken hatten sie zum Schluß in Brand gesteckt.

18. April 1848: Wahl der Offiziere der zweiten Meraner Schützenkompanie im Rathaus, wobei als Hauptmann: Dr.Anton Putz, Oberleutnant: Johann Maria von Lutterotti; Unterleutnant: Johann Hartmann und Johann Prünster gewählt wurden.

Am 8. August 1848 folgte der Waffenstillstand zwischen Österreich und Piemont-Sardinien. Nach dessen Abschluß das Landes-Verteidigungs-Oberkommando, Generalmajor von Rossbach, der am 19.Juni Erzherzog in dieser Funktion abgelöst hatte, die Verminderung beziehungsweise die Auflösung der Schützenkompanien an.

Am 17. April 1848 verfaßte die Stadt Meran eine Bittschrift an das Militär-Oberkommando in Innsbruck. Diese beabsichtigte nämlich den erwählten Schützenhauptmann Karl Gaberle aufgrund seiner früheren Tätigkeit als Jägerhauptmann nach Bozen zur Militär-Spital-Direktion zu berufen. In der genannten Bittschrift versuchte die Stadt die nachteiligen Folgen dieser Versetzung zu schildern. Konnte somit die Abkommandierung Gaberles verhindern, und seine Position als Kommandant der ersten Meraner Schützenkompanie sichern.

Am 20. April 1848 marschierten zwei Passeirer Kompanien in der Stärke von 150 Mann nach Meran, wo sie sich mit den ebenfalls ausgerückten Algundern, den Schützen von Partschins und dem unteren Vinschgau vereinigten. Vor dem "Thor-Wirt" auf dem Sandplatz hatten sie Aufstellung genommen und ihnen schloß sich ein bescheidenes Häuflein Meraner und Maiser an.

Am 16. Mai 1850 wurde der Grundstein zum neuen Schießstand gelegt. Erzherzog Heinrich, Sohn des Vizekönigs, vollzog den feierlichen Akt der Grundsteinlegung. In jenem Jahre standen dem Meraner Schießstand folgende Personen vor: Oberschützenmeister Dr.Anton Putz; Unterschützenmeister Johann Moser und die vier Räte: Dr.Gottlieb Putz, Josef Siller, Alois Putz, Johann Parisi;

Am 22.August 1850 marschierten Schützen und Stadtgarde in Parade auf, um den Kaiser Ferdinand samt Gemahlin in Meran willkommen zu heißen.

18. Mai 1851: Feierlicher Umzug anläßlich der Eröffnung des großen Freischießens in Meran, welches Erzherzog Johann gab und wozu er selbst mit Familie anreiste. Die Bestgaben betrugen 100 Dukaten. Erzherzog Johann übernahm auch alle Unkosten des Schießens, die sich auf 1.500 fl.R.W. beliefen. Am 29.Mai hätte das schießen beendet sein sollen; allein statt der erwarteten 1.000 Schützen kamen 1.563, und so mußte es bis zum 1.Juni verlängert werden. Die Beste wurden auf feierliche Weise durch Erzherzog Johann verteilt. Von diesem Festschießen rührt das herrliche Steinbockhorn her, das Erzherzog Johann zur Erinnerung an diese Festlichkeit dem Schießstand von Meran zum Geschenke machte, welches im selben noch lange in Ehren aufbewahrt wurde.

Am 10. Juni 1859 kam Erzherzog Karl Ludwig, Statthalter von Tirol, in das vom Krieg gefährdete Etschtal, um eine schnelle Organisation der Schützenkompanien zu veranlassen. Die erste Schützenkompanie die vom Etschtal an die bedrohte Grenze marschierte war jene von Mais, in der Stärke von 112 Mann. Zur Hälfte bestand diese aus Studenten vom Meraner Gymnasium, weiters aus einigen Meranern sowie Ober- und Untermaisern. Diese Kompanie leistete am 10.Juni vor dem Maiser Widum den Fahneneid mit den Worten:"Ich gelobe Treue meinem Kaiser und dem Vaterland, ich gelobe Ordnung und ruhiges Benehmen, ich gelobe Gehorsam meinen Vorgesetzten und gelobe Tapferkeit vor dem Feinde."

Am 20. Juni 1859 wurde die Meraner Kompanie der besseren Unterkunft halber in die Kantoniera auf der Franzenshöhe verlegt.

Am 25. Juni 1859 um 3 Uhr nachmittags ist dann die vierte Schützenkompanie des Burggrafenamtes,(nach Mais, Lana und Ulten), bestehend aus den Zuzügen der Gemeinden Partschins, Algund, Burgstall, Gargazon und der Stadt Meran ausgezogen. Zuerst hatte man es auf Freiwillige abgesehen, und da dies keinen Erfolg hatte, so wurde gelost. Die 40 Meraner Schützen verbanden sich mit den genannten Gemeinden unter dem Hauptmanne Mosmüller zu einer Kompanie, welche ins Vinschgau zur Sicherung der Bormio-Stellung zog.

Am 23. Juni 1866 kam Erzherzog Karl Ludwig nach Meran und fand hier, wie überall im Land, die lebhafte Begeisterung zur Abwehr des welschen Feindes und die ganze wehrhafte Bevölkerung unter den Waffen. Eine starke Kompanie bestehend aus den Gerichten Meran und Passeier unter dem Hauptmann Schnitzer stand bereits auf dem Nonsberg dem Feind gegenüber.

19. November 1870: Anläßlich des Namensfestes Sr. Majestät und Landesmutter Kaiserin Elisabeth wurde von der Stadt ein großes Freischießen abgehalten. An die 500 Schützen formierten sich vor dem Schießstande und marschierten unter Böllerschüssen und Jubelrufen zum Residenzschloß Trautmannsdorf um vor der Kaiserin, welche sich seit dem 17.Oktober in Meran befindet, zu defilieren. Anschließend marschierte alles zum Schießstand zurück, doch kaum hatten die ersten Schützen diesen erreicht, dreschte ein kaiserlicher Wagen heran, dem die Kaiserin Elisabeth und ihre Schwester Sophie entstiegen. Unter großen Jubel begaben sich diese mit den Schützen in die Räumlichkeiten des Schießstandes, wo Elisabeth die Best bewunderte, unter welchem sich auch ein von ihr gespendeter Werndle-Stutzen befand.

Am 20. Dezember 1870 traf der Kaiser Franz Josef und der Kronprinz Rudolf in Meran ein. Zu diesem Anlaß ließ die Stadt die Spitalbrücke und von da die Straße bis zum Schießstand beflaggen. Das Burggrafenamt stellte 5 Schützenkompanien zum Empfang bereit. Der Kaiser zeigte sich überrascht und hocherfreut über diesen Empfang.

Am 10. April 1871 hatte Kaiser Franz Josef, welcher erneut seit dem 1.April in Meran weilte, ein großes Festschießen bestimmt und zu diesem Zwecke 150 Dukaten mit prachtvollen Fahnen und drei Werndle-Stutzen gespendet. Die Eröffnung des Schießens wurde mit einem großen Schützenaufzug eingeleitet, an dem wohl an die 1.000 Schützen teilnahmen. Darauf eröffnete der Kaiser das Schießen mit einem Schwarzschuß auf die Scheibe "Kaiser", der Kronprinz machte sieben Schüsse auf die Scheibe "Kronprinz", darunter 3 Schwarz und 4 Treffern.

1890: zählte der Schießstand Meran 130 einrollierte Standesschützen. Die Schießstandvorstehung bestand aus: Oberschützenmeister Karl Hassfurther und Kassier Josef Mikuta.

1894: zählte der Schießstand Meran 140 einrollierte Standesschützen. Die Schießstandvorstehung bestand aus: Oberschützenmeister Karl Hassfurther, Unterschützenmeister Josef Wagner und Kassier Johann Unterholzer.

1900: zählte der Schießstand Meran 175 einrollierte Standesschützen. Die Schießstandvorstehung bestand aus: Oberschützenmeister Karl Hassfurther; Unterschützenmeister Josef Wagner und Kassier Josef Breitenberger.

Am 23. September 1900 wurde ein großes Landesfestschießen in Meran abgehalten. Zu diesem Anlaß zelebrierte Dekan Glatz im Hofe der Landesfürstlichen Burg eine Feldmesse in deren Anschluß ein Festumzug durch die Stadt bis zum Schießstand erfolgte. Das Schießen dauerte bis zum 7.Oktober. Es nahmen rund 800 Schützen teil.

Am 28. September 1907 begann auf dem Meraner Schießstand das große Preis- und Festschießen zugunsten der vorhabenden Aufstellung eines Andreas-Hofer-Denkmales in Meran.

12. Juni 1908: Beim großen Kaiser-Jubiläumsumzug (60jährige Regierungszeit) in Wien war Tirol mit 720 Mann, 100 Pferden und drei Wagen aufmarschiert. Die Meraner und besonders die Passeirer Schützen waren gut vertreten. Dieser Festumzug wurde dann ab August 1908 im Kino des Andreas-Hofer-Saales in Meran gezeigt.

1909: zählte der Schießstand Meran 500 einrollierte Standesschützen. Die Schießstandvorstehung bestand aus: Oberschützenmeister Dr.Josef Spöttl; Unterschützenmeister Alois Auserbrunner; Schützenräte Josef Musch, Michael Landtmann, Karl Schör, Fr. Mikutta, A. Leiter, P. Waldner; Beiräte Hermann Gritsch, Peter Wenter, Franz Gritzbach, K. Nägele.

18. April 1909: Jahrhundertfeier der Tiroler Freiheitskämpfe 1809 in Meran. Der Tag wurde mit einem Weckruf der Meraner Bürgerkapelle eingeleitet. Kurz nach 8 Uhr erfolgte der Aufmarsch der Schützen, Vereine und Korporationen auf dem Untermaiser Sportplatz. Prälat Stefan Mariacher zelebrierte unter großer geistlicher Assistenz die Feldmesse. Anschließend fand die feierliche Enthüllung des Blasius-Trogmann-Denkmales am Maria Trostplatz statt. In der Folge zog der Festzug wieder in die Stadt. Vor der Bezirkshauptmannschaft am Kornplatz hielt Hofrat Dr.Hirn die Festrede. Abschließend fand auf dem Schießstand die offizielle Eröffnung des großen Festschießen statt.

August 1909: Zur Jahrhundertfeier in Innsbruck rückten aus dem ganzen Burggrafenamt ansehnliche Vertretungen aus. Da waren die Untermaiser Bürgerkapelle und die Meraner Schützen mit rund 100 Mann vertreten, weiters die Reservistenkolonne Untermais mit 70 Mann, ferner Vertretungen aus Dorf Tirol, Schenna, Naturns, Riffian, Kuens, Hafling, Vöran, Burgstall. Das größte Kontingent stellte die Reservistenkolonne Meran mit der Algunder Musikkapelle mit 220 Mann. Kommandant dieses Burggräfler Aufgebotes war Kurvorsteher Dr.Sebastian Huber.

Am Pfingstsonntag 1910 veranstaltete die Gemeinde Obermais in St.Valentin eine würdige Erinnerungsfeier für den Landsturmhauptmann von 1809, Valentin Tschöll.

1912: zählte der Schießstand Meran 500 einrollierte Standesschützen. Die Schießstandvorstehung bestand aus: Oberschützenmeister Dr. Josef Spöttl; Unterschützenmeister Franz Höllriegl; Schützenräte Josef Musch, Michael Landtmann, Jos. Weiß, Franz Mikutta, A. Leiter, P. Waldner; Beiräte: Hermann Gritsch, Peter Wenter, Franz Gritzbach, K. Nägele.

Am 24. April 1913 fand im Meraner Hauptschießstand eine Versammlung der Standschützen statt. Man beschloß die Abfassung eines Memorandums, in welchem die Forderung nach rascher Annahme des Landesverteidigungsgesetztes durch den Landtag erhoben wurde.

Am 19. Oktober 1913 feierte der Hauptschießstand Meran sein 30jähriges Bestandsjubiläum. Zu diesem Anlaß fand ein mit 5.000 Kronen dotiertes Fest- und Freischießen statt.

Am 26. August 1914 wurden die Standschützen von Meran, auf der "Postgranz", vereidigt. Das Burggrafenamt stellte mit Passeier insgesamt 3 Bataillone, Lana, Meran und Passeier. Dem Standschützenbataillon Meran gehörten an: Baon I: Meran, Tirol; Baon II: Algund, Naturns, Partschins, Riffian mit Kuens, Schenna und Töll; Baon III: Ober- und Untermaiser, Marlinger, Tschermser und Vöraner. Die Tätigkeit der Standschützen bestand anfangs aufgrund mangelnder Sicherheitskräfte, welche größtenteils für den Kriegseinsatz herangezogen wurden, im Ordnungs- und Sicherheitsdienst im Lande selbst. Die große Begeisterungswelle zu Kriegsbeginn trieb nun noch mehr Junge zu den Standschützen, hauptsächlich jene, welche bei der Musterung für den Frontdienst zurückgestellt wurden und hoffen bei den Standschützen dem Kaiser dienen zu können. Allerdings gab es auch solche, die sich zu den Standschützen einschreiben ließen, weil sie fest daran glaubten so dem regulären Militärdienst zu entgehen.

Im Winter 1914/15 hatten gelegentlich zur Auszeichnung der 40 und 25jährigen Mitglieder des k.k. Hauptschießstand Meran und später wieder mehrere Fest- und Freischießen stattgefunden. Zum Dezemberschießen hatte Maler Thomas Riss, selbst Standschütze, eine Scheibe gespendet. Allsonntaglich fanden die üblichen Gnadengabenschießen statt

Im März 1915 gab es ein Festschießen zu Ehren der Majore des Baons I und II.

Am 28. und 29.März fand die Inspizierung der Meraner Standschützen durch Feldmarschalleutnant Scholz von Benneburg statt. Anschließend wurde eine militärische Übung auf der Töll abgehalten. Weiters trafen Monturen ein, welche an die Standschützen verteilt wurden. Voller Stolz zogen sich die Männer diese Feldgrauen Uniformen an, und kaum einer zweifelte, daß es bald zum Kampfe kommen sollte.

Vom 15. bis 23.Mai waren für die Meraner Standschützen Schießübungen angesagt. Keiner durfte fehlen. Die Schießtage waren wie folgt eingeteilt. Vom 15. Bis 18.Mai für das Baon Meran I, am 19. Für das Baon III sowie am 21. Und 23 Mai für das Baon II.

17. Mai 1915: Einweihung des "Eisernen Michel" auf der Meraner Kurpromenade. Die Meraner Standschützen standen dabei Spalier.

Am 19. Mai am frühen Morgen wurde Allarm für die Meraner Standschützen geblasen.

20. Mai 1915 um 4.00 Uhr: Abmarsch der Meraner Standschützen vom heimatlichen Bahnhof

23. Mai 1915: Bezug ihrer Stellungen ober Lavarone (Standschützenbaon Meran I; Baon II – ins Valsugana; Baon III – ins Etschtal bei Rovereto) Bei den Meranern standen nicht nur viele 16- und 17jährige Gymnasiasten, sondern auch der älteste Standschütze Michael Senn, der schon 1859 am Tonalepaß ausgerückt war und welcher, laut Überlieferung am 24.Mai ober Lavarone das Feuer eröffnete. Sechs Väter mit ihren Söhnen standen im Meraner Battalion, drei Söhne fielen neben ihren Vätern.

Am 2. August 1915 geschah nach öfteren kurzer Beschießung mit wechselndem Granat- und Schrappnellfeuer der erste Feuerüberfall auf das Standschützenbaons Meran I, welche gerade auf einer Wiese hinter der Stellung Befehlsausgabe hatte. Glücklicherweise gabs keine Verluste, da die Geschosse zu hoch krepierten.

16. August 1915: Das Gebiet um den Festungwerke bei Lavarone standen unter starken Beschuß. Die Werke verzeichneten schon eine beachtliche Anzahl von Treffern. Sofort erging ein Aufruf von Leutnant Vill Freiwillige ins vordere Terrain zu schicken, um das schlimmste zu verhindern. Zugsführer Engelmann vom Standschützenbaon I meldete sich mit zwei Mann. Der Leutnant wünschte ihnen viel Glück und sprang unter Kugelhagel wieder in seinem Stützpunkt zurück. Kaum dort angekommen, empfang er die Meldung: "Zugsführer Engelmann gefallen, sein Stellvertreter". Es war dies der erste Verlust den die Meraner Standschützen zu verzeichnen hatten.

17. August 1915: Das Feuer des vergangen Tages hielt ununterbrochen an. Die Vermutung lag nahe, daß bald darauf der Angriff der Italiener erfolgen werde. Sofort wurde alles veranlaßt. Vill gab den Befehl sich zurückzuziehen, und hinter dem Punkt 43 die Verteidigungslinien aufzubauen, die Wachposten sollten dann später folgen. Das Lager stand weiter unter Feuer, und schon bald erreichte den zurückgezogenen Standschützen die Nachricht eines weiteren Verlustes. Ein Granate zerriß dem jugendlichen Ortner Heindl den Kopf. Der Vater Ortner, welcher mit ihm im Lager stand, verweigerte das Angebot nach dem Begräbnis Dienstfrei zu sein und kehrte in seine Stellung zurück.

Am 4. September 1915 erreichte das Stadtmagistrat Meran ein Belobigungsschreiben des Landes-Verteidigungskommandos mit folgendem Textlaut: Aus den mir vorgelegten Gefechtsberichten habe ich ersehen, wie vorzüglich sich das Standschützenbataillon Meran I bei allen bisherigen Kämpfen auf den Plateaux von Lavarone und Folgaria, ganz besonders aber in den Gefechten bei Vezzena, Verle, Basson am 24. Und 25. August gehalten hat. Ich bin stolz, solche Kämpfer unter meinem Kommando zu haben. Unser aller wärmster Dank verdienen im vollsten Maße die wackeren, standhaften, kampfbegeisterten Standschützen. Dankl m.p.

Am 20. September 1915 fand eine feierliche Dekorierung der Mannschaft des Abschnittes statt, in welchem auch das Meran Baon I stand. Hierzu erschien Seine k.k. Hoheit Herr Erzherzog Franz Josef, welcher die Dekorierung vornahm. Von den 400 zur Parade ausgerückten Mann wurden 80 ausgezeichnet. Davon entfielen 48 Auszeichnungen allein auf das Standschützenbaon Meran I.

18. Oktober 1915: Die österreichische Verdeitigungslinie auf den sieben Gemeinden stand wieder unter starken Beschuß. Besonders stark fiel das Feuer auf den Basson und auf das bereits schwer angeschlagene Werk Lusern. Dasselbe war so stark zusammengeschossen worden, daß dessen Kommandant, ein Tscheche, die Nerven verlor, die weiße Fahne hissen ließ und der Besatzung das Abrücken befahl. Entsetzen ging durch die Reihen der Standschützen, welche beim Anblick der weißen Fahne die Front verloren sahen. Der 17jähriger Jöchler, Standschütze des Meraner Baons I, meldete sich freiwillig die Fahne trotz starkem Beschuß herunterzuholen. Unter schweren Kugelhagel schritt er auf das Festungswerk zu, erzwang sich mit Gewalt den Eintritt, stieg aufs Werkdeck, ergriff die Fahne mit beiden Händen und ließ sich fallen. Die Front war gerettet, denn wär es für die Italiener ein leichtes gewesen, über den Abschnitt des Werkes Lusern die Frontlinien zu überschreiten und sich bis nach Trient vorzuschlagen.

Am 15. November 1915 erfolgte der Abzug des Standschützenbaons Meran I von der bisher heiß umkämpften Stellung ober Lavarone, und vereinten sich mit dem Standschützenbaon Meran II welche ihre noch ohne schwerere Gefechte verbliebene Stellung am Monte Ghello bei Rovereto innehatte. Fortan bildeten sie zusammen das Baon Meran I unter dem Kommando von Major Widerin., während das Baon Meran III im Fersental stand.

Am 1. September 1917 erschien in der Presse ein Verzeichnis jener Standschützen von Meran, welche das Kaiser-Karl-Truppenkreuz erhalten haben.

Im November 1917 beteiligen sich die Meraner Standschützen freiwillig an der Herbstoffensive.

Am 12. November 1917 eroberten Meraner Standschützen der I. Standschützenkompanie des Bataillons Meran unter Hauptmann Pfitscher das Panzer- und Festungswerk „Leone“ auf Cimacampo in 1.500 mt. Höhe in den Bergen des Sugana Tales.

4. November 1918: Aufgrund falscher Befehlsausgabe seitens der österreichischen Heerführung, legte die Landesverteidigung vorzeitig die Waffen nieder, und begab sich auf schnellsten Wege nach Hause, während hinter ihnen bereits die Italiener nachrückten und jene welche nicht schnell genug nach hause eilten gefangen nahmen. Darunter von den Meraner Standschützen: Oberleutnant Stefan Gruber; Leopold Pretz, Regimentsarzt Dr. Walter Merz und Hermann Hofer, allesamt vom Baon Meran I.

Am 5. November 1918 gegen 21.30 Uhr traf der erste Zug der Italiener mit 400 Mann und einem Oberleutnant in Meran ein und bezogen im "Bayrischen Hof", im "Grafen von Meran" und im "Cafe‘ Paris" Quartier. Das Kommando richtete sich im "Habsburgerhof" ein.

Am 12. November 1918 wurde vom italienischem Kommando bekanntgegeben, daß sämtliche k.k. Militärpersonen bis spätestens 12 Uhr Mitternachts die Demarkationslinie zu überschreiten haben, ansonsten als Kriegsgefangene behandelt werden. Die Standschützen, als nicht reguläre Militäreinheit wurden von diesem Befehl ausgenommen, allerdings mußten sie sich von ihrem Kommando den Entlassungsschein ausstellen lassen.


Nachdem Süd - Tirol zu Italien fiel und die italienische Regierung die Südtiroler entwaffnete und öffentliche Versammlungen untersagte, kam das Schützenwesen zum totalen Stillstand. Durch die Machtergreifung der Faschisten wurde auch die Italienisierung Südtirols eingeleitet. Hierbei wurde der Gebrauch der deutschen Sprache verboten., es gab nur mehr italienische Schule mit ausschließlich italienisch sprechenden Lehrern. Das Tiroler Kulturleben wurde gänzlich verboten und unterdrückt. Alles was in einem deutschen bzw. tiroler Bezug stand wurde italienisiert. Deutsche Orts- und Flurnamen wurden durch italienische ersetzt. Trachten, Fahnen enteignet und vernichtet. Öffentliche Stellen wurden nur von Italienern besetzt. Zudem wurde in Bozen durch den Aufbau von Industrieanlagen der Zuzug von Italienern massiv gefördert, so daß die Südtiroler auch bevölkerungsmäßig in die Minderheit gerieten. Mit dem Abkommen von Mussolini und Hitler wurde die Auswanderung der Süd – Tiroler aus ihrer Heimat beschlossen.

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Kompanie


1851, Eröffnung
des neuen Meraner
Schießstand


Schützenbest gestiftet von Erzherzog Johann zum großen Festschießen, 1851


1909, Jahrhundertfeier in Innsbruck - Meraner Schützen bei der Defilierung vor der Kaiserfamilie


1915, Meraner Standschützen vor der Abfahrt an die Front


Kappenabzeichen der Meraner Standschützen


1915, Michael Senn (76) eröffnete als ältester Meraner Standschütze auf der Hochfläche Lavarone das Feuer


Baons. - Kmdt. Stdsch. - Major Josef Widerin


1916, Meraner Standschützen mit Fahne und Wehrschild auf dem Satteljoch


Stdsch.-Lt. Thomas Riss, Akademischer Maler aus Meran, Kriegsmaler;


Kaiser Karl, bei der Besichtigung des von den Meraner Standschützen 1917 eingenommenen italienischen Panzerwerk "Forte Leone - Cima Campo"