Chronik
Blütezeit

1511 veranlaßte Kaiser Maximilian aufgrund einiger Mängel in der bisherigen Landesverteidigung, eine neue Landwehrordnung für Tirol festzusetzen. Das sogenannte elfjährige Landlibell. Die Zuzüge im Falle eines Krieges wurden auf 10.000, 15.000 oder 20.000 Mann je nach Größe der Gefahr bestimmt, und zugleich auf jede andere Stellung von Kriegsknechten kaiserlicherseits verzichtet. Die Stadt Meran hatte nach dieser Anordnung im ersten Falle 47 3/8, im zweiten 71 1/16 und im dritten Falle 94 3/4 Mann ins Feld zu stellen.

1518 wurde von Hans Luz aus Augsburg ein großes Scheibenschießen veranstaltet. Es wurde dazu eine neue Schießhütte samt Dach gebaut und 29 Fähnlein aufgesteckt. Den Schützen wurden zwei "Yhren" Wein zum Geschenke gemacht.

1542 richteten die Meraner eine Beschwerdeschrift an den Landtag, in dem neben anderem als Punkt zwölf folgendes bemängelt wird: "Vor etlichen Jahren noch sind im fürstl. Amtshaus dahier (Kelleramt) etliche Stück Feldgeschütz, Pulver und Blei gewesen, damit man wußte, wo in der Noth etwas zu gehaben. Jetzt ist nichts mehr da. Man bittet, wieder solches hier einzulegen."

1552 waren Anfang März 78 Mann aufgerufen worden, die sich in folgender Rüstung präsentierten: (2.Auflage) 17 Langspießer, 7 Hellbardner, 18 Haggen, 16 Rüstung, 1 Ringhaggen, 1 Schlachtschwert;

1603 stellte Meran in erster Auflage 47 Mann nebst Offiziere, 2 Feldschreiber, 2 Feldscherer, 13 Langspießer, 8 Hellebardner und 14 Muscatierer; in zweiter Auflage 24 Mann: 7 Langspießer, 5 Hellebardner, 11 Muscatierer; und in dritter Auflage ebenfalls 24 Mann: 6 Langspießer, 4 Hellebardner, 10 Muscatierer und 3 einfache Schützen; (Namen und Bewehrung aller drei Aufgebote sind bekannt)

1605 wurden aufgeboten: 1.Auflage: 2 Leutnants, 1 Feldwebel, 2 Webe, 3 Führer, 2 Feldscherer, 2 Feldschreiber, 13 Langspießer, 8 Hellebardner, 12 Musketiere und 3 Schergen = 48 Mann; In der 2.Auflage kamen noch hinzu: 7 Langspießer, 5 Hellbardner, 7 Musketiere und 1 Scherge = 78 Mann. Als 3.Auflage waren 89 Mann aufgeboten, wobei noch weitere 6 Langspießer, 6 Hellebardner, 3 Schergen und 6 Musketiere hinzukamen.

1675 stand der Meraner Scheibenschützenkompanie ein Bäcker vor, der den Rang eines Leutnants besaß, ihm folgte ein Apotheker.

Am 27.Juni 1703 verkündeten Lärmschüsse vom Stammschloß Tirol herunter, sowie die Sturmglocken aller umliegenden Gemeinden Merans die Gefahr des anrückenden Feindes. Bauernscharen mit Heugabeln, Äxten und Morgensternen strömten in die Stadt. Am Nachmittag erschienen dann Ritterschaft und Adel aus den Gerichten jenseits der Etsch mit ihren Leuten, an der Spitze Graf Franz Adam Wilhelm von Brandis. Da beschlossen die Anführer den großen ohne Feuerwaffen bewaffneten Haufen nach Hause zu schicken, und nur die einrollierte Miliz und die Scheibenschützen des Burggrafenamtes samt den Freiwilligen vom Ritter- und Adelsstand, insgesamt ca. 3.000 Mann ausziehen zu lassen.

1.Juli 1703: Nachdem Kurfürst Max Emanuel von Bayern siegreich in Tirol einmarschierte, ließ er sich von der Tiroler Regierung huldigen, ihn der sich jetzt gefürsteter Graf von Tirol nannte, und schickte alle Aufgebote nach Hause. Jedoch hatte man die Rechnung ohne dem Volke des noch freien Südtirol gemacht. Das Volk erhob sich eigenmächtig, erschoß sogar einige österreichische Beamte, welche zum Frieden mahnten. Ganz Südtirol griff zu den Waffen. Beim Auszug der Meraner durch das Passeiertal gegen den Jaufen, erfolgte eine nicht unwesentliche Meuterei gegen ihren Anführer Vigil von Hohenhauser. Man warf ihm vor, gemeinsame Sache mit dem Feind zu machen, da er nicht für ausreichend Munition sowie Mobilisierung gesorgt habe, und überhaupt das Aufgebot aufgrund seiner Nachlässigkeit auf die Schlachtbank führe. Die Volkswut begann zu glühen, man riß ihn kurz vor St. Martin vom Pferde, schlug mit Pistolen auf ihn ein, bis einer der Aufgebotenen den tödlichen Schuß auf Hohenhauser setzte. Kurzerhand wurde Baron von Flugi zum Kommandanten gewählt, und man zog weiter gegen den Feind.

Am 17.Juli 1703 erfolgte der Angriff auf die Baiern, wobei Baron Flugi mit seinen Leuten die sogenannten Geigen erstieg und auf den Höhen von Stafflach herunter dem Feind in den Rücken fiel, was hauptsächlich zum glücklichen Ausgang des Gefechtes führte.

Am 24.Juli 1703 wurde der bayrische Kurfürst, aufgrund der Eroberung von Hall durch den Landsturm, gezwungen seine Truppen am Brenner, welche noch immer im Feuer mit den Südtirolern stand nach Innsbruck abzuziehen. Die Südtiroler Schützen folgten dem Feind sofort nach. In Innsbruck eingeschlossen, erzwingt der Kurfürst unter schweren Opfern am 26.Juli den fluchtartigen Rückzug über Zirl nach Bayern. Das Abenteuer kostete den Bayern 3.000 - 4.000 Mann und 14 Kanonen, die Tiroler beklagten etwa 100 Tote. Doch noch war der Kampf nicht aus, denn jetzt versuchten Franzosen von Italien aus das Land zu erobern. General Vendome rückte

Anfang August 1703 mit 20.000 Mann in drei Kolonnen im Welschtirol ein. Die Südtiroler Schützen unter Cazan, Flugi und Brandis wurden sofort aus dem Inntal zurückgeholt und in Welschtirol und südlich von Bozen das allgemeine Aufgebot ausgerufen.

Vom 1. bis 11.September 1703 standen die Franzosen unter Vendome vor Trient und ließ es mit seinen Kanonen beschießen ohne einen Angriff zu wagen. Dann mußte er das Land wegen der Stärke der Österreicher und Tiroler fluchtartig verlassen. Der Meraner Adlerwirt, Johann Schgier, erhielt für seine Verdienste in diesem Kriege, vom Kaiser Leopold I ein Wappen verliehen.

1704 kam es erneut zum Auszug der Meraner Mannschaft, aufgrund des französischen Einfalles in Oberitalien. Mit den Formationen des Burggrafenamtes sowie derer von Vinschgau zog man auf das Wormser Joch. Doch rückten die Franzosen nicht weiter vor, womit das Aufgebot wieder nach Hause geschickt wurde.

12.September 1733: Aufgrund des Einfalles der Franzosen in Oberitalien erging von der Regierung der Befehl, daß die Scheibenschützen beschrieben, deren Listen vorgelegt, und den Schützen aufgetragen werde, mit ihren furnierten Gewehren gewärtig zu sein, um augenblicklich auf erhaltenen Befehl in Meran als Sammelplatz erscheinen zu können.

Am 8.November 1733 berichtet Oberstleutnant von Thavon von Schlanders aus an die Stadt Meran, daß er am folgenden Tage mit einer Vinschger Kompanie einrücken und daselbst übernachten werde. Der Bürgermeister soll auch die Kompanie vom Burggrafenamt in Marschbereitschaft halten. Letztere Kompanie bestand samt den Offizieren aus 113 Mann. Hauptmann davon war Baron von Voglmair, Kellner auf Tirol, Leutnant Baron von Flugi, Unterleutnant Herr Schöpfer und Feldkaplan Herr Späth. Dieser Kompanie schlossen sich als Freiwillige die Grafen Johann und Franz Fuchs und ein Graf Trapp an.

9.November 1733: Auszug der Meraner Schützenkompanie nach Storo;

17.November - 20.Dezember 1733: Stationierung der Meraner Kompanie in Storo.

26.Dezember 1733: Glänzende Bewirtung in Bozen der Meraner Schützen bei ihrem Rückmarsch.

20.Mai 1734: Obwohl kein Einfall zu befürchten war, so erhielt dessen ungeachtet Baron von Voglmair als Hauptmann der Kompanie des Burggrafenamtes von der Regierung den Auftrag, die Kompanie in Bereitschaft zu halten, so daß sie binnen 24 Stunden ausmarschieren könne. Ebenso befahl die Regierung im nämlichen Jahre, Bericht zu erstatten, wieviel Schießgaben für die Scheibenschützen im Burggrafenamtes auszuteilen wären. In dieser Angelegenheit berief Baron Voglmair die Vertreter der Gerichte und Gemeinden des Burggrafenamtes auf den 

14.Juli 1734 nach Meran. Zum Schießstand von Meran gehörten die Ortschaften Mais, Tirol, Gratsch, Riffian, Kuens, Hafling, Vöran und Aschl, und er hatte bisher zu Schießübungen jährlich 16 Thaler erhalten. Nach der neuen Ordnung wurden die Bestgaben bedeutend vermehrt. Meran erhielt nun 18 Thaler. Es wurde auch festgesetzt, daß die Tagwerker vom Schießstand ausgeschlossen sein sollen. Mit der neuen Schießstandordnung wurden auch einige Bestimmungen für das Schützenwesen festgesetzt:
Die Kompanie des Burggrafenamtes habe 2 Jahre zu dienen und soll dann durch eine zweite Kompanie, die durch das Los zusammengebracht werden sollte, abgelöst werden. Da die Last der Miliz von Hof zu Hof herumgehe, so könne der, welcher Schütze sei, statt seiner einen Stellvertreter zur Miliz stellen. Da sich aber mancher Schütze einrollieren lassen könnte, um der Mousquete zu entgehen, so habe jeder Schütze 15-20 Jahre mit Exerzitium fortzufahren, sonst verfalle er der Miliz.
Werde ein eigenes Reglement eingeführt werden, um den Unterschied zwischen Miliz und einem Schützen festzustellen.
Diese Schieß- und Schützenordnung wurde von dem Hauptmanne Baron von Voglmair entworfen und von der Regierung angenommen. Voglmair erhielt auch noch den Auftrag, für Vinschgau einen ähnlichen Entwurf zu machen.

23.Juni 1735: Schützenverzeichnis von Stadt und Landgericht Meran. Von insgesamt 92 Mann stellte die Stadt Meran 8 Mann. (sämtliche Namen & Gradierung bekannt).

November 1735: 1735 wurden erneut die welschen Confinen vom Feind bedroht. Wegen dieser Gefahr befahl die Regierung, veranlaßt durch die Order des Feldmarschalls Grafen von Königsegg, daß Hauptmann Anton von Voglmair seine Kompanie marschbereit halte; für Pulver und Blei sei gesorgt. Im November traf der strengste Befehl ein, mit der Schützenkompanie eiligst aufzubrechen und an die Confinen zu ziehen. Diesmal war Hauptmann Freiherr von Hausmann. Sie rückte nach Bozen, wo die dortige Kompanie ebenfalls aufgestellt und marschbereit war. Da entstand nun ein Streit, welche Kompanie die Ehre habe, zuerst abzumarschieren; dagegen protestierte der Hauptmann der Meraner Kompanie Baron von Hausmann mit allem Eifer und behauptete, daß die Meraner Kompanie von jeher als Leibkompanie als erste im Range angesehen worden sei. Der Obrist Baron von Cazan gab nach, und so konnte die Meraner Kompanie zuerst von Bozen aus- und in Trient einmarschieren.

Im August 1765 zog die Meraner Schützenkompanie zum Hochzeitsfest Erzherzogs Leopold, nachmaligen Kaiser, mit einer spanischen Prinzessin zur Verherrlichung des Festes nach Innsbruck, und behauptete als Leibkompanie gegen die Ansprüche der Bozner ihr altes Recht, zuerst ein- und auszumarschieren.
Meran hatte auch das Recht, im ständischen Landtage vor allen übrigen Städten des Landes als alte Landeshauptstadt zuerst die Stimme abzugeben, und bei feierlichen Aufwartungen trat der Bürgermeister von Meran allen übrigen Bürgermeistern voran.

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Landlibells von 1511