Chronik
Anfänge
1272: erließ Graf Meinhard II von Tirol und Görz die Anordnung, daß die "Purger der Civitas de Merani" Mauern und Stadt zu Schützen und verteidigen haben.
1415/16: Nach der Flucht Herzog Friedrichs aus der Konstanzer Haft, folgte der Konflikt mit dem im Falkenbund zusammengeschlossenen Adels, welcher sich mit großer Mehrheit auf die Seite des Herzog Ernst, der nach dem Besitz Tirols strebte, gegen den Herzog stellte. Doch erstmals sprechen die Bürger und Bauern ein gewichtiges Wort. Sie huldigen nur jenen als Landesfürsten welcher das Stammschloß Tirol inne hatte. Friedrich bot sofort die Städte und Landgerichte Südtirols gegen den
abtrünnigen Adel auf. So wurde die Belagerung der Festung Greifenstein von den Aufgeboten der Stadt Meran, sowie jener von Bozen, St.Georgen, Ritten, Hafling, Mölten, Sarntal und Jenesien durchgeführt. Für diese Hilfe erhielten die genannten Bürger Vertretungen bei den Landtagen.
13. Dezember "1490": Schreiben des von Kaiser Maximilian zum Kriegscommisär ernannten Gaudenz Botsch zu Auer an die Stadt Meran, daß sie sich wegen eines Einfalles der Engadeiner vorsehen möge und auf das Kreidenfeuer auf Tirol Acht haben sollte.
Sommer 1498 kam Kaiser Maximilian nach Meran und bestellte wegen des bevorstehenden Krieges mit den Engadeinern den Leonhard von Völs als Ratgeber für die Verteidigungsbauten von Meran. Da die Stadt nicht in der Lage war die Bauten selbst auszuführen, baten sie den Kaiser um Nachlaß der eben eingeführten Kuchlsteuer.
1499: Ausbruch des Krieges mit den Engadeinern
22. Mai 1499: Die Schlacht auf der Malserhaide (Calvaschlacht), eigentlich am Eingange des Münstertales, ging verloren; von Meran und Umgebung kamen 150 Mann um.
26. Mai 1499: Aufgrund der verlorenen Schlacht am 22.Mai erließ Kaiser Maximilian ein allgemeines Aufgebot. Der Bischof Melchior von Brixen kam selbst mit seinem Zuzug am 26.Mai nach Meran, wo in Eile die Landstände sich versammelt hatten, die nun beschlossen, 8.000 Mann und im Notfall weitere 8.000 ins Feld zu stellen.
28. Mai 1499: sandte Kaiser Maximilian den Ritter Ulrich von Schlandersberg zu Leonhard von Völs nach Meran und ließ letzteren auffordern, mit aller Macht im Lager von Glurns zu erscheinen.
Mitte Juni 1499 waren die Tiroler Zuzüge wieder nach Hause gezogen, Kaiser Maximilian nach kurzem Aufenthalt in Meran nach Vorarlberg.
Ende Juni 1499 waren die Engadeiner neuerdings in das obere Vinschgau eingefallen und hatten es auf Schlanders und Meran abgesehen. In Meran hatte sich das Volk mit Sack und Pack geflüchtet, der Feind konnte jedoch nur bis Kastellbell vordringen, wo er auf kräftigen Widerstand traf und umkehrte.
15.August 1499 wurde in Meran ein Landtag gehalten, auf dem eine strenge Feldordnung aufgestellt wurde und 4.000 Mann von der Landschaft bewilligt wurden.
1500: Bau des Meraner Schießstandes, diente anfänglich für das Schießen mit der Armbrust, später mit dem Stutzen.
1504 schickte Meran eine kleine Kompanie von 59 Mann nebst Hauptmann, Fähnrich, Waibl, Pfeifer und Trommler wegen des Bairischen Einfalles nach Kufstein. Hauptmann war Georg Bucher. In Bozen wurden zu diesem Zwecke 28 Speere angekauft, ein Stück kostete ein Pfund. Die Kompanie kostete der Stadt 278 Mark.
1508 hatte Kaiser Maximilian einen Hauptschlag gegen die Venediger beabsichtigt und ein Corps von 5.000 Mann in Tirol zusammengebracht. Darunter auch eine Truppe der Meraner unter Hauptmann Mamminger, welche nach Ostern von Meran abzog. In dieser Zeit erfolgte auch die Verlegung des Meraner Schießstandes, welcher sich bis dahin auf der Mairan vor dem Vinschgauer Tor befand, außerhalb des erst seit kurzem fertiggestellten Ultnertores.
1510 hatte die Stadt Meran bedeutende Ausgaben wegen des fortwährenden Krieges mit Venedig. Dazu wurden 1510 von der Stadt 25 Knechte unter Hauptmann Aischendorfer ausgerüstet und auf drei Monate verpflegt, was 150 Mark kostete. Später rückte eine andere Truppe von 42 Mann aus, denen 48 andere Knechte unter Hauptmann Empl nach Valsugana nachfolgten. Der Bürgermeister von Meran begleitete die Mannschaft bis Eppan. Die Zuzüge von Meran dauerten noch im folgenden Jahre fort.
weiter
|