Ehrung des Pusterer Buibm Heinrich Oberleiter und Buchvorstellung in Strassen
Kategorie: Südtiroler Schützenbund, Referate, Medien
Von: SSB - Online Team
Samstag, 08. Oktober 2011
STRASSEN/OST-TIROL - Auf Einladung der Schützenkompanie Strassen und in Zusammenarbeit mit dem Bataillon an der Ahr wurde am 6. Oktober 2011 ein Abend zu Ehren des Pusterer Buibm Heinrich Oberleiter veranstaltet. Dieser wird sicher sowohl ihm, als auch den übrigen 130 Anwesenden, darunter seine Ehefrau Elfriede, seine Tochter Sonja und zwei seiner Brüder, in besonderer Erinnerung bleiben. Im Mittelpunkt des Abends stand die Vorstellung seiner jüngst erschienenen Autobiografie, die vom Südtiroler Schützenbund herausgegeben worden ist.
Efrem Oberlechner, der Medienreferent des Südtiroler Schützenbundes, der dieses Projekt in die Wege geleitet hatte, wies in seiner Einführung darauf hin, dass es den Freiheitskämpfern der 60er Jahre zu verdanken sei, dass Italien von der Majorisierungspolitik Abstand nehmen musste und wir uns heute noch Tiroler nennen dürfen. Ein Freiheitskampf sei immer der Kampf der Schwächeren gegen den Stärkeren und zum Scheitern verurteilt. Es hänge aber von uns ab, ob ihr Kampf sinnvoll oder sinnlos, gut oder schlecht war.
Anschließend berichtete Heinrich Oberleiter persönlich über die Beweggründe des Freiheitskampfes, über einige Aktionen der Pusterer Buibm und er legte seine heutigen Ansichten dar.
Dann ging die Historikerin Margareth Lun, die das Buch in seiner Entstehung betreut und redigiert hatte, auf den Inhalt der Autobiografie und auf ihren Wert ein. Dabei charakterisierte sie Heinrich Oberleiter als beeindruckende Persönlichkeit mit einem starken Willen und einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Das Buch gebe einen sehr guten Einblick über die Hintergründe dieser Art des Freiheitskampfes, der einem Guerilla-Kampf mit Sprengstoff und Waffen ähnelte, über die Bedingungen, in denen die „Puschtra Buibm“ im Untergrund lebten, aber auch über die Probleme, mit denen sie in Österreich und in Deutschland zu kämpfen hatten, als sie schließlich auch dort gesucht wurden.
Der Höhepunkt des Buches sei sicher die spektakuläre Flucht Heinrich Oberleiters aus einem Polizeijeep, bei der er bei -17 Grad Kälte durch den Reinbach entkommen konnte. Die Memoiren Heinrich Oberleiters seien in einer authentischen Sprache geschrieben, die nichts verfälsche, die aber auch nichts beschönige, so Lun. Sie können dazu beitragen, mehr Licht in diesen wesentlichen Teil der Südtiroler Geschichte zu bringen.
Nachdem Heinrich Oberleiter zahlreiche Fragen aus dem Publikum beantwortet hatte, folgte ein weiterer Höhepunkt des Abends: Nach einer Laudatio durch Leutnant Christian Steger nahm ihn das Schützenbataillon an der Ahr als Ehrenmitglied auf und überreichte ihm einen als Urkunde beschrifteten und gestalteten Naturstein. Außerdem schenkte ihm das Schützenbataillon an der Ahr ein von Egon Oberkofler geschnitztes Flachrelief, auf dem Heinrich Oberleiter und sein Heimathaus dargestellt sind. Einen besonderen Applaus verdiente sich das Schützenbataillon an der Ahr aber auch noch für zwei weitere Überraschungen: Der Sohn des Weißenbachlbauers, wo Heinrich Oberleiter früher als Knecht gearbeitet hatte, überreichte ihm feierlich die Tracht seines Vaters, und anschließend reichte ihm auch noch Alois Walcher die Hand, der Heinrich Oberleiter auf seiner Flucht über den Schwarzenstein begleitet hatte, und den er damals, vor 48 Jahren, das letzten Mal gesehen hat.
Bei einem Umtrunk nutzten viele der Anwesenden die Gelegenheit, mit Heinrich Oberleiter, der immer noch auf eine Amnestie wartet und nicht in seine Heimat kommen darf, persönlich zu sprechen.
"Es gibt immer einen Weg", die Autobiografie von Heinrich Oberleiter ist im guten Buchhandel, beim Südtiroler Schützenbund oder unter der ISBN-Nr. 88-9705-313-2 zum Preis von 25,- Euro erhältlich.
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