Siegesdenkmal - falsche römische Scheinheiligkeit und die berühmte Bozner Seligkeit
Kategorie: Südtiroler Schützenbund, Referate, Bildung
Von: SSB - Online Team
Dienstag, 03. Januar 2012
BOZEN - Kommt es zu einer Aufwertung des faschistischen Siegesdenkmals in Bozen? Wird aus faschistischem Denkmal anstatt eines Dokumentationszentrums ein Verlegenheitsmuseum? Der Südtiroler Schützenbund warnt davor.
Über die Medien wurde zum Jahreswechsel verlautbart, dass ein Museum unterhalb des faschistischen Siegesdenkmals in Bozen errichtet wird. Schon allein die neue, vor allem in italienischen Medien um sich greifende Diktion "Museum" anstatt des angekündigten "Dokumentationszentrums" lässt nichts Gutes erahnen. Wenn wundert's. Steuert doch der italienische Staat zum Projekt stolze 834.000 Euro bei, während die Stadt Bozen und das Land Südtirol sich mit jeweils 100.000 Euro an den Kosten beteiligen. Wer zahlt, schafft an – und genau deshalb dürfte auch klar sein, warum die Aufwertung des Siegesdenkmals zum jetzigen Zeitpunkt geschieht. Anstatt klar mit der faschistischen Vergangenheit Bozens zu brechen, will man rücksichtsvoll ein gut verstecktes Museum errichten. So tritt man im kommenden Mai keinem der Hunderttausenden herbeizukarrenden Alpini auf die Füße und tut gleichzeitig etwas fürs gute Gewissen. Frömmelnde Scheinheiligkeit also auch weiterhin allerorten. Im römischen Regierungsorchester hat man zwar die Musikanten ausgewechselt, die Musik ist allerdings dieselbe geblieben.
Bereits über zwei Millionen Euro wurden von der Vorgängerregierung in die Renovierung des Denkmals investiert, dessen Säulen als Liktorenbündel gestaltet sind und welches eine beleidigende Aufschrift trägt. Eine Aktion, die bereits von der rechtsextremen italienischen Seite entsprechend honoriert wird. Auf Facebook haben sich hunderte Alpini gemeldet, welche beim Alpinitreffen im Mai 2012 beim Siegesdenkmal provozieren und einen Kranz niederlegen wollen. Dass bis dahin die Absperrungen entfernt sein werden, wird ihnen durchaus recht sein. Sowohl die Führungsspitze der Stadtgemeinde Bozen als auch die Vertreter des Landes haben es bis jetzt nicht der Mühe wert gefunden, die Auswüchse faschistischer Intoleranz auf den Facebook-Seiten zum Alpinitreffen zu kommentieren und den beleidigenden Inhalten mit Entschiedenheit entgegenzutreten. Stattdessen ist man selig, etwas für den guten Ruf getan zu haben, nachdem in den letzten Jahren der Unmut über die Untätigkeit der politischen Führung immer größer geworden ist.
Spätestens im kommenden Mai aber wird mit Sicherheit eintreten, wovor der Schützenbund seit Jahren warnt. Ein Museum im Keller des Siegesdenkmals, in dem schonungsvoll die Entstehungsgeschichte und die künstlerischen Aspekte des Bauwerks erklärt werden sollen, wird nicht verhindern können, dass von Ewiggestrigen davor Kränze niedergelegt und Fahnen geschwungen werden. Auch die erklärenden Täfelchen konnten die Faschisten bis heute nicht davon abhalten. Nur der Abriss und Abtransport können die Verherrlichung des Faschismus verhindern. Davon war und ist der Südtiroler Schützenbund überzeugt. Heute mehr denn je.
Mjr. Elmar Thaler
Landeskommandant
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