M a r k e t e n d e r i n n e n

Einleitung | Geschichte | Frauen im Krieg | Marketenderinnen in Tirol | Die Marketenderin heute
 
Marketenderinnen als Bestandteil der Armee hat es in Tirol nie gegeben, schon weil es eine Armee im eigentlichen Sinn gar nicht gab, dafür aber das Volksaufgebot zur Verteidigung der Heimat. 
Im Jahre 1511 nämlich unterzeichnete Kaiser Maximilian das Landlibell, in dem Rechte und Pflichten festgeschrieben wurden, die im Grunde schon lange bestanden, da sie Inhalt der Weistümer ( Verordnungen) der Gemeinden waren.
Schon im 13. Jh., als das Land noch gar nicht Tirol hieß und unter Graf Albert erst zu einer Einheit zusammen zuwachsen begann, war es den Bauern erlaubt, Waffen zu tragen. Jeder war nämlich zur Landesverteidigung verpflichtet, und zwar "gegen Feuer- und Wassernot und gegen Feindschrei". 

 

Im bereits genannten Landlibell wurde es ausdrücklich formuliert: vom Zwang, außerhalb des eigenen Landes für die Belange des Kaisers kämpfen zu müssen, waren die Tiroler befreit. 

Kam es zu Kampfhandlungen, verpflegten sich die ausrückenden Landesverteidiger aus dem eigenen Rucksack, Bewohner der umliegenden Bauernhöfe boten ihnen Nahrung an, außerdem waren sie spätestens nach vierzehn Tagen wieder zu Hause. Es gab also keine eigene Versorgungstruppe und somit auch keine Marketenderinnen.

In Tirol wurden Marketenderinnen erst zur Zeit des Aufschwunges der Trachtenschützen um die Mitte des 19. Jahrhunderts in die Kompanien aufgenommen, als die großen Parademärsche zu Ehren des Kaisers und anderer hochgestellter Persönlichkeiten stattfanden. Sie trugen "Schnapspanzele" und Blumenhorn mit und verschönerten mit ihrer schmucken Tracht die Kompanie.

 

Letzte Aktualisierung: 07.07.2003
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