... 1865-1915 Sepp Innerkofler Sepp Innerkofler stammt aus Sexten, wurde Bergführer und
galt als der bedeutendste Dolomitenführer seiner Zeit. 1898 wurde er Hüttenwirt der
Drei-Zinnen-Hütte und errichtete im Fischleintal den Dolomitenhof. Vermutlich wäre sein
Leben zu Ende gegangen, ohne daß man viel von ihm gehört hätte, obwohl er einige Gipfel
der Dolomiten, unter ihnen die Kleine Zinne, als erster bestiegen hatte. Aber da
veränderte der 1. Weltkrieg sein Leben. Nicht weit weg von seinem Heimatdorf verlief die
österrreichisch-italienische Grenze. Sepp Innerkofler, als erfahrener und gebildeter
Mann, schon seit dem Beginn des Krieges 1914 beobachtet hatte, daß das italienische
Militär immer mehr Artilleriestellungen anlegte, Straßen zur Grenze hin ausbaute und
Bergsteige befestigte. Er war früher als andere darauf gefaßt, daß es bald Krieg mit
Italien geben würde, obwohl dieser Staat mit Österreich-Ungarn verbündet war.
Am 23.
Mai 1915 erklärte das Königreich Italien seinen Verbündeten den Krieg. Bereits am 14
.Juni 1915 überraschte Sepp Innerkofler, der bei den Standschützen eingerückt war, am
2.696 m hohen Einserkofel eine 12 Mann starke Alpini-Patrouille, die rasch flüchtete. Nun
gründete er mit Freunden eine besondere Einsatztruppe, die plötzlich auf den
verschiedensten Gipfeln der nunmehrigen Gebirgsfront auftauchen konnte und so dem
überlegenen Feind starke Besetzung vortäuschte. Am bekanntesten wurde der Angriff des
von Alpini besetzten Paternkofels. Bei diesem erbitterten Nahkampf in der Nacht kam Sepp
Innerkofler ums Leben und stürzte in den Oppel-Kamin. Die Alpini selbst erwiesen ihm die
Soldatenehre, bargen ihn und begruben ihn auf dem Gipfel des Paternkofels. Erst nach dem
Zusammen-bruch der italienischen Dolomitenfront wurde er 1918 exhumiert und in Sexten
begraben. Posthum wurde er mit der goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet.
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