G e s c h i c h t e

Einleitung | Epoche vor 1511 | Blütezeit | Wiedergründung
 
1958 2. März - der Südtiroler Schützenbund wird in Bozen gegründet. Erster Landeskommandant wird LH Alois Pupp, erster Bundesmajor August Pardatscher (Kaltern).
1958 Gründung der ersten zwölf Kompanien; in Vorbereitung auf die 150 Jahrfeier der Tiroler Freiheitskriege 1809 werden viele Schützenkompanien gegründet.
1959 Teilnahme von mehr als 50 Kompanien an der Landesfeier in Innsbruck
1961 Dr. Karl Mitterdorfer wird neuer Landeskomandant
1962 Erlaß des italienischen Innenministers: er verbietet das Tragen von Uniformen in "paramilitärischen" Verbänden im Zuge der Sprengstoffanschläge von 1961, in der eine Reihe führender Schützenoffiziere verwickelt sind. Der Bund stellt seine Tätigkeit ein.
1962-68 Nur rund 25 Kompanien aus dem Burggrafenamt, einzelne im Unterland (Tramin) und Eisacktal (Trens) führen trotz der Inaktivität des Bundes Tätigkeiten durch. Sie fordern ab 1965 vehement die Wiederbelebung des Bundes.
1968 Wiederbelebung des Bundes durch Bestellung eines neuen Bundesmajors in der Person von Dr. Bruno Hosp (Ritten). Wiedergründung einer Reihe von Schützenkompanien, die sich im Zuge der "Verbotszeit" aufgelöst hatten.
1970 Erstes Landesfest in Meran
1975 Gründung der Alpenregion der Schützen: die Schützenbünde Bayerns, Tirols und Südtirols schließen sich unter der Schirmherrschaft der Landeshauptleute Magnago, Wallnöfer und des bayr. Ministerpräsidenten Goppel zusammen
1984 Dr. Hosp wird Landeskommandant, Dr. Michl Ebner Bundesmajor;
1984 Aktion "Götterdämmerung"Auf der Landesversammlung der SVP in Meran demonstrieren Schützen für das Selbstbestimmungsrecht und gegen das Paket. Die Schützen etablieren sich damit zum ersten Mal als politisch selbstständig denkende Kraft. Anführer der "Revolte" sind Peter Piock und Wolfram Klotz. Sie werden suspendiert, 1989 unter neuer Führung rehabilitiert.

1989

Pius Leitner wird Landeskommandant, da Hosp in der Landesregierung den Posten des Kulturlandesrats übernimmt; neuer Bundesmajor wird Stephan Gutweniger (Algund).
1992 findet in Meran eine a.o. Bundesgeneralversammlung statt, in der die SVP und Österreich aufgefordert werden, das Paket mit der Streitbeilegungsklausel nicht abzuschließen, weil die internationale Verankerung nicht gesichert ist. Prof. Ermacora ist der Festredner.
1991 ProtestmarschNachdem der Staat für Sicherheitseinrichtungen und Renovierungsarbeiten am "Siegesdenkmal" in Bozen mehrere hundert Millionen Lire zur Verfügung stellt und die von Land und Stadt Bozen einzusetzende Kommission über die "Entsymbolisierung" des Denkmals nicht einmal bis zur Ernennung der Mitglieder kommt, veranstaltet der Südtiroler Schützenbund einen Protestmarsch; dieser ordnungsgemäß angemeldete Marsch vom Waltherplatz zum Siegesdenkmal wird polizeilich verboten, aber trotzdem durchgeführt. Rd. 2000 Schützen demonstrieren friedlich, werden von fanatischen italienischen Jungfaschisten angespuckt beschimpft, tätlich angegriffen. Während die ausgeforschten Jugendlichen nicht gerichtlich belangt werden, wird das Präsidium des SSB angezeigt; in erster Instanz freigesprochen, in 2. Instanz in Trient mit der Begründung verurteilt, daß den Verordnungen des Staates, seien sie auch ungerecht oder gegen die Rechte des Bürgers, Folge zu leisten ist. Gegen dieses Urteil wird am Kassationsgerichtshof in Rom rekurriert und ein voller Freispruch (1995) erzielt, weil Bürgerrechte zumindest gleichwertig den Ordnungsprinzipien des Staates sind. In Folge wird der Quästor in Bozen ersetzt.

1993

Pius Leitner, eben erst als LK bestätigt, geht entgegen seinen Beteuerungen in die Politik und kandidiert für den Landtag. Er tritt als LK zurück; der Posten wird für ein Jahr nicht besetzt, die beiden LK-Stellvertreter Ploner und Klotz übernehmen gemeinsam die Führung des Bundes.
April 1994 der bisher einfache Schütze Dr. Richard Piock, Manager eines international tätigen Unternehmens, wird als "Quereinsteiger" Landeskommandant.
1995 Der Gesamttiroler Schützenbund, eine Art Dachorganisation der Schützenbünde des historischen Tirol, wird in Innsbruck gegründet und feierlich unter Anwesenheit der Landeshauptleute und der Äbte der fünf Hochstifte aus der Taufe gehoben. Dr. Luis Zingerle, der frühere Bundeskulturreferent der Südtiroler Schützenbundes, wird 1. Landesobmann.
24. April 1996 Franz Innerhofer PlatzIn Gedenken an den Mord an Lehrer Franz Innerhofer durch faschistische Terrorhorden 1921 in Bozen wird eine Gedenkveranstaltung und anschließend ein Schweigemarsch mit Fackeln zum Siegesdenkmal durchgeführt. 1000 italienische Nationalisten müssen von Polizeikräften in Schach gehalten werden. Der Siegesplatz wird in Franz Innerhofer Platz durch Anbringen einer entsprechenden Straßenbeschilderung umgetauft.
1996 LK Piock wird in seinem Amt bestätigt.
1. Juni 1996 Gelöbnis zum Herzen JesuDas Gedenken an das Gelöbnis zum Hl. Herzen Jesu vor 200 Jahren wird in Bozen mit einer Vesper und mit einem feierlichen Kirchgang vom historischen Tagungsort (Palais Toggenburg) zum Bozner Dom von rd. 6000 Schützen feierlich begangen.
4. Nov. 1996 Der Schützenbund will durch einen Kordon von angeketteten Schützen am Sicherheitszaun des Siegesdenkmals die Kranzniederlegung der offiziellen Stellen des Militärs verhindern. Dies wird verboten, die Polizei, im unklaren gelassen was die Schützen unternehmen, machen Bozen zu einer belagerten Stadt. Die Schützen blamieren die Polizei, über ein Code sagen sie die Demonstration ab. Ab diesem Zeitpunkt erscheint pünktlich zu jedem 4. eines Monats ein Pressekommunique mit Collagen, Bildern oder sarkastischen Hinweisen auf die Gefahr eines neuerlichen "Schwarzen 4. Novembers."
1997 Diese Maßnahmen nerven - 1997 wird zum ersten Mal kein Kranz von den offiziellen Militärs niedergelegt. Die militärischen Feiern finden von nun an im Innenhof des Rathauses von Bozen statt.
1998 Im Februar veranstaltet der SSB eine Diskussionsrunde mit Vertretern italienischer Parteien. Eine neue Phase einer Kommunikationskultur wird eingeleitet.
Am Andreas Hofer Gedenktag in Meran spricht mit Carlo Andreotti zum ersten Mal ein Landeshauptmann des Welschtirol (Trentino).
Im Juni wird, organisiert vom Transitforum Tirol, der Brenner blockiert, um gegen die Verkehrspolitik der EU zu demonstrieren. Die Bundesleitung des SSB nimmt geschlossen daran teil.
30.August - das 15. Alpenregionsfest der Schützen findet in Meran statt. 6000 Schützen nehmen daran teil.

 

Letzte Aktualisierung: 27.05.2002
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