Dr. Otto Scrinzi 93-jährig in Kärnten verstorben
Kategorie: Südtiroler Schützenbund
Von: SSB - Online Team
Dienstag, 03. Januar 2012
Südtirol galt zeitlebens seine Liebe und sein Einsatz
MOOSBURG/BOZEN - Der Südtiroler Schützenbund gedenkt in Dankbarkeit des Landsmannes Dr. Otto Scrinzi, dessen Liebe und Einsatz Zeit seines Lebens seiner Heimat Südtirol galt.
Sein Wirkungskreis war vielfältig. Als in Südtirol die deutsche Schule noch verboten war, war er es, der zusammen mit anderen, in wagemutigen Aktionen deutsche Fibeln unter größter Gefahr über die grüne Grenze ins Land schmuggelte. Später hat er vor allem durch die Laurinstiftung maßgeblich mitgeholfen, das deutsche und ladinische Kulturerbe im südlichen Tiroler Landesteil zu bewahren. Wenn sich auch heute viele Bittsteller von damals sehr kleinlaut geben: Die wirtschaftliche Rettung von Hunderten von Bauern und Gewerbetreibenden, welche durch Krankheit, Feuer, Unfälle und Naturkatastrophen in Not geraten sind, war bis weit in die 1990er Jahre nur durch die großzügige Unterstützung und dem unermüdlichen Einsatz Otto Scrinzis möglich. Immer wieder wurden auch Gemeinden bei der Entstehung von Schulen und Kulturhäusern finanziell unterstützt. Musikkapellen und Schützenkompanien erhielten beim Ankauf von Trachten nicht selten einen grundlegenden Beitrag. Und was viele nicht wissen: Auf Otto Scrinzis Initiative wurden nicht zuletzt viele Assistentenstellen für Südtiroler – heute haben sie teilweise einen klingenden Namen – an der Universität Innsbruck finanziert. Aufgrund all dieser Verdienste wurde Otto Scrinzi auch mit dem Ehrenkranz des Südtiroler Schützenbundes ausgezeichnet.
Freilich hat auch die Gesinnung des ehemaligen Wehrmachtarztes Otto Scrinzi, später namhafter Psychiater und Abgeordneter zum Nationalrat, oft für Diskussionsstoff gesorgt. Überhaupt hat er aus seiner Gesinnung nie einen Hehl gemacht. Seine Einstellung war national; wie das Leben so spielt, hatte er aber gleichzeitig Johannes Voggenhuber, Abgeordneten der Grünen im Nationalrat und Europaparlament, als Schwiegersohn. Zu seinem politischen Ziehsohn Jörg Haider wiederum hatte er ein sehr gespaltenes Verhältnis.
Man kann nicht alles teilen, was Otto Scrinzi Lebenseinstellung und vor allem sein Weltbild anbelangt. Man muss diesbezüglich sogar einiges zurückweisen. Seine Lebensleistung, was Südtirol und den Erhalt der deutschen und ladinischen Kultur südlich des Brenners betrifft, sollte davon aber unberührt bleiben. Weil sich sein Einsatz für Südtirol nie gegen jemanden richtete, sondern immer für etwas stand. Für seine Landsleute und seine Heimat, die er, der er aus einer anderen Epoche stammte, fest in sein Herz geschlossen hatte. Soviel Ehrlichkeit sollte in der Bewertung seines Lebens auch in unserer scheinheiligen Welt noch Platz haben. Ruhe in Frieden, Otto Scrinzi!
Kommentare abgeben
Kommentare können momentan nicht abgegeben werden.












