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Podiumsdiskussion über Zukunftsmodelle für Südtirol

Kategorie: Südtiroler Schützenbund, Referate, Bildung

Von: SSB - Online Team
Samstag, 05. November 2011

Im Bild von links: Tony Tschenett, Haymo Laner, Martha Stocker, Ulli Mair, Sven Knoll, Andreas Pöder und Hans Heiss.

BRUNECK/ST. GEORGEN - Mit der Frage nach dem besten Zukunftsmodell für unser Land beschäftigte sich der Schützenbezirk Pustertal am 4. November 2011 im Vereinshaus von St. Georgen, zu dem hochkarätige Gäste begrüßt werden konnten. Nachdem der Vorsitzende der Arbeitsgruppe, Oberleutnant Juri Oberlechner, die rund 400 Interessierten begrüßt hatte, eröffnete Moderator Reinhard Weger die Diskussionsrunde. Alle deutschsprachigen Parteien, der Südtiroler Schützenbund sowie der ASGB waren am Podium vertreten.

Für Regionalassessorin und Landtagsabgeordnete Martha Stocker (SVP) sei der Ausbau der Autonomie durch mehr Kompetenzen und ein Bewusstsein zur Europaregion Tirol die Herausforderung. Laut Stocker gehe es nicht um persönliche Wünsche, sondern darum, realistisch zu sein. Ihre Sorge sei es außerdem, sich in einem Freistaat im "Niemandsland Europas" zu befinden.

Landtagsabgeordnete Ulli Mair von den Freiheitlichen regte an, endlich vom Recht auf Selbstbestimmung Gebrauch zu machen. Der Freistaat sei eine Lösung, mit der alle leben könnten. Dabei sollten alle 3 Volksgruppen eingebunden werden. Eine Vollautonomie hingegen könne nur die Vorstufe zum Freistaat sein.

Auf die Bedenken, eine Loslösung von Italien könnte nicht realistisch sei, entgegnete der Landtagsabgeordnete Sven Knoll (Südtiroler Freiheit), die Geschichte habe immer wieder gezeigt, dass vieles möglich sei, was für unmöglich gehalten worden war. Dies hätte eindrucksvoll der Fall der Berliner Mauer gezeigt. Der einzige mögliche Weg sei der friedliche über eine Abstimmung, wobei den Italienern Garantien gegeben werden sollten.

Dass der Staat in Zukunft eine minderheitenfreundlichere Politik führen werde, glaubt Hans Heiss, Landtagsabgeordneter der Grünen. Er hoffe, dass in Zukunft alle in Südtirol lebenden Volksgruppen die Autonomie mitgestalten könnten. Pläne, bei denen die Italiener außen vor gelassen würden, bezeichnete er als menschenverachtend.

Der Fortbestand der jetzigen Autonomie würde zwangsläufig bedeuten, mit dem maroden Staat unterzugehen, erklärte Andreas Pöder, Landtagsabgeordneter der BürgerUnion. Die Bevölkerung müsse endlich selbst über die Zukunft des Landes entscheiden. Pöder rief vor allem die interethnischen Parteien auf, die Italiener von den Zukunftsmodellen zu überzeugen.

Tony Tschenett, Vorsitzender des ASGB gab zu bedenken, dass Südtirol von Italien als Melkkuh gesehen werde. Durch eine volle Unabhängigkeit könnten Arbeitsplätze und Wohlstand gesichert werden. Dazu brauche es jedoch zuerst mehr Kompetenzen. Entscheidend sei, dass sich das Land selbst finanzieren könne.

Für Bezirksmajor Haymo Laner ist die Tiroler Einheit nicht nur eine Herzensangelegenheit und das Fundament für das Fortbestehen unserer Werte, sondern vor allem die einzige gerechte Lösung. Auf die Bedenken, dass sich die Nord/Ost- und die Südtiroler in den vergangenen Jahrzehnten auseinander gelebt hätten, meinte er, dass die offizielle Südtiroler Politik nicht unwesentlich dazu beigetragen habe. Aber so, wie die Schützen der verschiedenen Tiroler Landesteile sich derzeit einander wieder annähern und gemeinsame Wege gehen, könne dies durchaus auch in allen anderen Bereichen forciert werden.

Die Diskussion endete mit interessanten Fragen aus dem Publikum sowie mit einer Probeabstimmung im Saal, bei der sich die beiden Möglichkeiten Freistaat Südtirol und Rückgliederung an Österreich die Waage hielten, während fast niemand einen Verbleib bei Italien wünschte.

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Konrad Hermann Joseph Adenauer, (* 5. Januar 1876 in Köln; " 19. April 1967)

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