Podiumsdiskussion "Südtirols Jugend und Patriotismus" in Klausen
Kategorie: Südtiroler Schützenbund, Referate, Bildung
Von: SSB - Online Team
Samstag, 10. September 2011
KLAUSEN - Am Freitag, den 9. September 2011 organisierte die Schützenkompanie "Pater Haspinger Klausen", in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Schützenbund, im Dürer Saal von Klausen eine Podiumsdiskussion. Der Abend stand unter dem Titel: "Südtirols Jugend und Patriotismus". An die 200 interessierte, vorwiegend jugendliche Zuhörer verfolgten die Veranstaltung.
Nach einer kurzen Begrüßung durch den Hauptmann der Schützenkompanie Klausen, Fabian Baumgartner, stellte der Brixner Bezirksmajor Helmut Oberhauser die Diskussionsteilnehmer vor: Michael Demanega (Die Freiheitlichen), Sven Knoll (Süd-Tiroler Freiheit), Efrem Oberlechner (Südtiroler Schützenbund), Davide Orfino (FLI) und Hannes Pircher (Grüne). Allgemein bedauert wurde, dass die Südtiroler Volkspartei nicht vertreten war. Manuel Raffin, der Landesjugendreferent der SVP, hatte kurzfristig abgesagt und anscheinend war es der Volkspartei nicht möglich, einen Ersatz ausfindig zu machen. Moderiert wurde die Diskussion von Harald Stauder.
Der Abend begann mit einem Impulsreferat von Andreas Pichler, Gemeinderat der Grünen in Brixen. Patriotismus laufe Gefahr, so Pichler, ins Extreme zu geraten und somit schnell auch ins rechtsextreme Gedankengut abzurutschen. Er bezeichnet sich selbst als Linkspatriot, dessen wichtigste Aufgabe es sei, die Heimat im Sinne einer gesunden und sauberen Umwelt für die zukünftigen Generationen zu schützen.
Anschließend referierte Matthias Hofer, Oberleutnant der Schützenkompanie Olang. Er wies auf die positive Hinwendung vieler junger Südtiroler zum Patriotismus hin, die in den letzten Jahren zu beobachten sei. Ein gesunder Patriotismus und ein vermehrtes Heimatbewusstsein seien der Garant dafür, dass die deutsche Volksgruppe in diesem fremden Staat überleben könne.
Danach hatten die Diskussionsteilnehmer am Podium das Wort. Michael Demanega brachte seine Sicht damit zum Ausdruck, dass er sich selbst in folgender Reihenfolge bezeichnen würde: 1. Südtiroler, 2. Tiroler, 3. Österreicher, 4. Deutscher.
Hannes Pircher sieht sich genauso wie sein Parteifreund Andreas Pichler als Linkspatrioten. "Die Grünen sind eine patriotische Partei, weil sie ihre Heimat schützen."
Für Sven Knoll hat sich seit einigen Jahren in Bezug auf das Thema Patriotismus sehr viel verändert. Dirndl und Lederhosen werden heute z.B. mit gewissem Stolz getragen und seien auch beim Feiern in Diskotheken keine Seltenheit mehr, was vor nicht allzu langer Zeit noch völlig undenkbar gewesen sei.
Durch den starken Zuwachs bei den Schützen wachse auch die Verantwortung, dessen sei sich der Schützenbund bewusst, so Efrem Oberlechner. Man sehe es auch als wichtige Aufgabe, die Patrioten vor dem Abrutschen ins Rechtsextreme zu bewahren. "Bei den Schützen seien Patrioten erwünscht, Nationalisten hätten hingegen keinen Platz", betonte Oberlechner.
Der Vertreter des FLI, Davide Orfino, sieht sich zuerst als Europäer, dann als Italiener und erst zuletzt als Südtiroler. Auf die Aussage hin, dass das Vaterland für ihn nicht im Vordergrund stehe, wurde er von Efrem Oberlechner darauf hingewiesen, dass er sich beim Protestmarsch der Schützen gegen faschistische Relikte in Bozen auf der Seite jener Italiener befunden habe, die die Trikolore schwingend das Siegesdenkmal verteidigten und die Schützen beschimpften. Dies sei ein Fehler gewesen, so Orfino, das sehe er heute auch so. Trotzdem sei er weiterhin für den Erhalt der faschistischen Relikte, würde sie jedoch als Mahnmale umfunktionieren.
Es folgten noch einige interessante Stellungnahmen und Fragen aus dem Publikum, bevor gegen 22.30 Uhr alle Teilnehmer die Veranstaltung angeregt diskutierend verließen.
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