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Kaisersohn Otto von Habsburg verstorben

Kategorie: Südtiroler Schützenbund

Von: SSB - Online Team
Montag, 04. Juli 2011

Otto von Habsburg

BOZEN/PÖCKING - Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit Otto von Habsburg, Kaiserlicher Prinz, Erzherzog von Österreich und Königlicher Prinz von Ungarn ist heute, am 4. Juli 2011, im Alter von 98 Jahren friedlich im Herrn entschlafen.

Der Südtiroler Schützenbund würdigt Otto von Habsburg als großen Europäer, der sich mit großer Weitsicht entschieden dem Nationalsozialismus widersetzt und sich durch große Liebe zur Heimat und zu Tirol ausgezeichnet hat.

Landeskommandant Elmar Thaler steht derzeit in engem Kontakt mit den beiden anderen Landeskommandanten Tirols.

Die Beerdigung wird am Samstag, den 16. Juli 2011 in Wien stattfinden. Otto von Habsburg wird dabei in der Kaisergruft beigesetzt. Tirols Schützen werden in einem einzigen Block an den Trauerfeierlichkeiten teilnehmen.

Sobald weitere Informationen feststehen, wird die Bundesleitung dies über die Bezirksmajore und auf der Internetseite bekannt geben.

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Otto von Habsburg, 2003 bei einem Südtirol-Besuch

Erzherzog Otto von Habsburg (*1912 † 2011)

Erzherzog Otto von Habsburg wurde am 20. November 1912 in der Villa Wartholz bei Reichenau an der Rax (Österreich-Ungarn) als erster Sohn und als Kronprinz (ab 1916) des österreichischen Kaisers Karl I. und seiner Ehefrau Zita geboren.

Erzherzog Otto von Habsburg wurde auf eine zukünftige Herrscherrolle vorbereitet. Nach Auflösung der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn am Ende des Ersten Weltkrieges wohnte er bis März 1919 mit seinen Eltern – vor der Ausreise der ehemaligen Kaiserfamilie angesichts der drohenden Landesverweisung seines Vaters – im Schloss Eckartsau in Niederösterreich. Von 1919 bis 1921 lebte er mit seinen Eltern in der Schweiz im Exil. Nach zwei Restaurationsversuchen seines Vaters in Ungarn wurde die Familie nach Madeira verbannt. Als im April 1922 sein Vater auf dem Sterbebett lag, musste der neunjährige Sohn zusehen wie man „als Kaiser und Christ stirbt“. Nach dem Tod Karls übersiedelte die Familie in das baskische Fischerdorf Lequeitio.

Seine Mutter Zita Habsburg-Lothringen erzog ihren Sohn auch nach dem Untergang des Kaiser- und Königreich Österreich-Ungarn noch zu einem römisch-katholischen Monarchen. So wurde er in den Sprachen der Völker der K.u.k.-Monarchie unterrichtet und musste den alt-österreichischen und alt-ungarischen Stundenplan eines Gymnasiums nebeneinander absolvieren. Seine Matura bestand er 1930 in Lequeitio mit Auszeichnung. Die Großjährigkeitserklärung  und damit das Ende der Vormundschaft seiner Mutter erfolgte am 20. November 1930. Damit wurde Otto Habsburg-Lothringen Oberhaupt des „Hauses Habsburg“ und Souverän des Ordens vom Goldenen Vlies. 1935 schloss er sein 1930 begonnenes Studium der politischen und sozialen Wissenschaften an der Katholischen Universität in Löwen (Belgien) mit Auszeichnung und der Promotion ab. Die Einreise in die nach dem Ersten Weltkrieg neu entstandene Republik Österreich war ihm und den anderen Familienmitgliedern durch § 2 Habsburgergesetz von 1919 untersagt, so lange sie sie nicht auf die Zugehörigkeit zum Haus Habsburg-Lothringen und die aus ihr gefolgerten Herrschaftsansprüche verzichteten und sich als getreue Staatsbürger der Republik bekannt haben. Otto Habsburg-Lothringen gab diese Erklärung erst Ende Mai 1961 ab, um nach Österreich einreisen zu können.

Von 1940 bis 1944 lebte Habsburg-Lothringen - außerhalb Österreichs von Habsburg - in den USA, 1944 bis 1951 hauptsächlich in Frankreich, später wieder in Spanien und seit 1954 in  Pöcking in Bayern. Nach dem zweiten Weltkrieg begann er eine Tätigkeit als Vortragsreisender und war außerdem er als Schriftsteller tätig. Von Habsburg, der in seinem politischen Engagement vom spanischen Diktator Franco unterstützt wurde, setzte sich für dessen Auszeichnung mit der Goldmedaille des Stiftes Mariazell ein, die Franco 1952 erhielt.

Otto von Habsburg war von 1922 bis 2006 Oberhaupt der Familien Habsburg-Lothringen. Er besaß die Staatsbürgerschaft von Österreich, Ungarn, Deutschland und Kroatien. Er war außerdem Mitglied im Kuratorium des Forums Deutscher Katholiken.

1957 bis 1973 war er Vizepräsident, 1973 bis 2004 war er als Nachfolger des Gründers Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi Präsident der Internationalen Paneuropa-Union; seit 2004 ist er deren Ehrenpräsident.

Von 1979 bis 1999 war er, nachdem er 1978 neben der österreichischen Staatsbürgerschaft auch die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen hatte, für die Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) – seit 1982 ist Otto von Habsburg Mitglied, er hat aber keine Parteiämter übernommen – Abgeordneter ins Europäische Parlament, und zweimal dessen Alterspräsident. Im Zusammenhang mit der Erarbeitung der Europäischen Verfassung sprach er sich immer für einen Gottesbezug aus. Er war Obmann der Europäischen Volkspartei im Politischen Ausschuss von 1981 bis 1999, Vorsitzender der Delegation im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss EU – Ungarn, Mitglied im Politischen Ausschuss für Recht und Bürgerrechte und Stellvertretendes Mitglied im Entwicklungsausschuss und im Ausschuss für Haushaltskontrolle. Otto von Habsburg schied aus gesundheitlichen Gründen am 13. Juni 1999 auf eigenen Wunsch aus dem Europa-Parlament aus.

Nach seinem Rückzug aus allen politischen Funktionen und Abgabe vieler seiner Ämter arbeitete er zuletzt nur noch als Publizist. Seit 1954 lebte die Familie Habsburg-Lothringen in Pöcking am Starnberger See (Deutschland). Er galt als entschiedener Gegner Hitlers und des Nationalsozialismus. (Quelle: wikipedia.org)

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Selbstbestimmung

Kein Staat der Erde kann auf die Dauer einem Volk die Selbst- bestimmung vorenthalten, auch Italien den Südtirolern nicht, aber wollen und fordern muss man sie!

Felix Ermacora (* 13. Oktober 1923 in Klagenfurt; "  24. Februar 1995 in Wien)

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