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Podiumsdiskussion "Der Kampf um Unabhängigkeit"

Kategorie: Südtiroler Schützenbund

Von: SSB - Online Team
Samstag, 04. Juni 2011

GAIS - In der Podiumsdiskussion "Feuernacht. Der  Kampf um Unabhängigkeit – Terroristen oder Visionäre", die am Freitag, den 3. Juni 2011 in der Feuerwehrhalle von Gais stattgefunden hatte, wollten die Schützenkompanie Gais mit ihrem Hauptmann Gerald Leiter und der Südtiroler Schützenbund den Geschehnissen der 1950er und 1960er Jahre auf den Grund gehen. Eingangs begrüßte der Puschtra Bui Siegfried Steger die 200 Anwesenden mittels einer Videobotschaft und erläuterte, warum er damals zu Sprengstoff und Waffen griff.

Die Schützen hatten eine Reihe von Persönlichkeiten zur Podiumsdiskussion geladen. Im Mittelpunkt der Gespräche über die Feuernacht, die von Eberhard Daum moderiert wurden, stand die Frage, ob die Südtiroler Freiheitskämpfer Terroristen oder Visionäre waren. Einhellig war die Meinung von Landeskommandant Elmar Thaler, der Historikerin Margareth Lun, dem Welschtiroler Landeskommandanten Paolo Dalprà, den Landtagsabgeordneten Elmar Pichler-Rolle und Sven Knoll, dass die Südtirolaktivisten keine Terroristen, sondern Visionäre und Freiheitskämpfer waren. Bloß Brigitte Foppa von den Grünen stimmte damit nicht überein: für sie waren die damaligen Aktionen der Südtiroler Terrorakte.

Einen Schlagabtausch gab es zwischen Thaler und Foppa, als er sie fragte, warum die Grünen immerzu diffamieren würden. Das beginne bei Andreas Hofer und ende nun bei den Südtiroler Freiheitskämpfern. Foppa entgegnete, dass sich die Südtiroler immer nur in der Opferrolle sähen. Daraufhin erwiderte Pichler-Rolle, dass die Abtrennung Südtirols von Österreich kein Wunsch der Südtiroler gewesen sei und erntete dafür Applaus. Auch meinte er: "Die Südtiroler sind nun mal in den letzten 100 Jahren Opfer gewesen und haben sich das nicht selbst eingebrockt." Knoll stellte klar, dass Widerstand zur Pflicht würde, wenn Unrecht zu Recht wird, und dass es politisch nachzuvollziehen sei, wenn sich ein Volk wehre. Lun erklärte, dass damals alle bürokratischen Mittel bereits ausgeschöpft waren und dass auch die UNO-Folgeverhandlungen zwischen Italien und Österreich im Sande verlaufen seien. Rosa Ebner aus Mühlen in Taufers hatte beispielsweise für einen Leserbrief in einer Wiener Zeitung zwei Monate Haft erhalten.

Nachher ging das Wort an das Publikum. Es wurde gefragt, ob die Sprengungen geschadet hätten. Lun antwortete auf diese Frage, dass erst durch die Sprengungen, die Folterungen und vor allem den darauf folgenden Mailänder Prozess wieder Bewegung in die internationalen Verhandlungen kam. Für Dalprà wäre die deutsche Volksgruppe ohne die Feuernacht heute in Südtirol in der Minderheit. Das würden Statistiken belegen, wonach Italiener ab 1918 von Jahr zu Jahr in Südtirol zunahmen und erst in den 60er Jahren die Zuwanderung gestoppt wurde. Moderator Daum stellte auch Fragen an das Publikum. So fragte er eine junge Ladinerin, wie diese die Sprengungen sehe. Diese erzählte, dass sie sich selbst über die Geschichte der Feuernacht informiere und legte dar, dass die Sprengungen sehr nützlich gewesen seien.

Als Schlussrunde leitete die Diskussion die Frage eines Zuhörers ein, in welchem Staat die Podiumsteilnehmer Südtirol in 20 Jahren sehen würden. Die Antworten zeigten die verschiedenen Sichtweisen auf. Knoll war für die Selbstbestimmung, Foppa für mehr Autonomie und einen europäische Staatsbürgerschaft, Lun würde das Volk entscheiden lassen, ob es einen Freistaat oder die Rückkehr zu Österreich wolle, und Thaler meinte, dass Südtirol bloß nicht mehr bei Italien sein solle; er sei für ein vereintes Tirol. Während Dalprà sich eine Alpenregion Tirols gemeinsam mit Bayern vorstellt, wünscht sich Pichler-Rolle ein Südtirol mit Vollautonomie in Europa. Beendet wurde der Abend mit einem Lied junger Südtiroler über die Feuernacht, welches mit Bildern umrahmt wurde.

Videobotschaft von Siegfried Steger

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