Fahnenweihe der Schützenkompanie Marling
Kategorie: Südtiroler Schützenbund
Von: SSB - Online Team
Sonntag, 29. Mai 2011
MARLING - Am Sonntag, den 29. Mai 2011 hat die Schützenkompanie Marling im Rahmen einer würdigen Feier die neue Sturmfahne weihen lassen. An die 40 Kompanien oder Fahnenabordnungen aus dem Bezirk Burggrafenamt/Passeier, dem benachbarten Bezirk Vinschgau sowie aus den anderen Südtiroler Bezirken waren nach Marling gekommen um dieser Feier beizuwohnen. Von den Bayerischen Gebirgsschützen war auch die Fahnenabordnung der Kompanie Eschenlohe aus dem Kreis Inn-Chiemgau angereist.
Nach der Aufstellung der Formationen in der Mitterterzerstraße schritt der Landekommandant des Südtiroler Schützenbundes, Mjr. Elmar Thaler, in Begleitung von Bürgermeister Walter Mairhofer, Landesrat Michl Laimer und der Patin der neuen Fahne, Mathilde Waldner Stuppner, die lange Front der angetretenen Marketenderinnen und Schützen ab. Mit der Marschmusik der Musikkapelle Marling erfolgte der feierliche Einzug in die Marlinger Pfarrkirche.
Den Festgottesdienst, der vom Marlinger Kirchenchor mit der "missa pro patria" musikalisch begleitet wurde, gestaltete Hw. Pfarrer Ignaz Eschgfäller in Konzelebration mit dem Bezirkskuraten Pater Christoph Waldner OT. In seiner Predigt erinnerte Pfarrer Eschgfäller alle Messteilnehmer daran, dass die Fahne das kostbarste und symbolträchtigste Zeichen einer Kompanie sei. Deshalb dürfe diese nicht nur ein Zeichen für Äußerlichkeiten sein. Die Fahne sollte voranschreiten als Zeichen des Glaubens, der von den Marketenderinnen und Schützen vor allem im Alltag bezeugt und gelebt werden müsse. Die neue Fahne stünde auch für die Liebe. "Wer Christus liebt, wird auch mit allen Mitmenschen liebevoll umgehen", war nur eine der Aussagen der viel beachteten Predigt.
Im Anschluss wurde von Hochw. Pfarrer Ignaz Eschgfäller die neue Fahne mit der Weihe ihrer Bestimmung übergeben. Fahnenpatin Frau Mathilde Waldner Stuppner übergab sodann mit bewegenden Worten die Fahne der Kompanie. Die von der Künstlerin Helene Alber aus Lana in Batiktechnik gestaltete Sturmfahne zeigt auf grün/weißem Grund den Tiroler Adler und das Christusmonogramm IHS mit dem stilisierten Herz Jesu.
Nach der Messfeier nahmen alle Formationen Aufstellung auf dem Dorfplatz. Der Hauptmann der Schützenkompanie Marling, Andreas Leiter-Reber, konnte zahlreiche Ehrengäste willkommen heißen. Namentlich würden begrüßt: Bürgermeister Walter Mairhofer und die Zelebranten der Hl. Messe Hochw. Ignaz Eschgfäller und Pater Christoph Waldner OT, Landesrat Michl Laimer, die Landtagsabgeordneten Ulli Mair, Veronika Stirner, Pius Leitner und Sigmar Stocker. Der Südtiroler Schützenbund war vertreten durch Landeskommandant Elmar Thaler, Landeskommandant-Stv. Heinrich Seyr, Bundeskassier Eduard Graber, die Bezirksmajore Helmut Gaidaldi, Peter Kaserer, Siegfried Barbieri sowie die Majore Joachim Schwienbacher, Florian Krezdorn und Ehrenmajor Hans Graber . Einen besonderen Gruß entbot der Hauptmann der Fahnenpatin Frau Mathilde Waldner Stuppner, der Künstlerin Frau Helene Alber, der Historikerin Margareth Lun sowie dem Ehrenobmann des Südtiroler Heimatbundes Sepp Mitterhofer.
Mit dem Zitat von Gottfried Keller, der den Krieg als einen Zustand beschrieb, in welchem Menschen, die sich nicht kennen, aufeinander schießen, auf Befehl von Menschen, die sich zwar kennen, aber nicht aufeinander schießen, sprach sich der Landeskommandant in seiner Ansprache zum Totengedenken für die Losung "Nie wieder Krieg" aus. Dies könne aber nur erreicht werden, wenn die Menschen ihre Lehren aus der Vergangenheit ziehen und sich nicht von Politik und Medien manipulieren ließen. So könne dauerhafter Frieden nur durch Gerechtigkeit gewährleistet werden, nicht durch faule Kompromisse und Verharmlosung faschistischer Ideologien. Gerade Staaten, die am wirtschaftlichen Abgrund stünden, seien anfällig für die Übernahme totalitärer Systeme.
Nach der Ehrensalve durch die Schützenkompanie Marling wurde am Grab des Lehrers Franz Innerhofer für alle Gefallenen der Weltkriege und Opfer von politischen Verfolgungen ein Kranz niedergelegt. Die Musikkapelle Marling spielte dabei die "Weise vom Guten Kameraden".
In seinem Grußwort überbrachte Bürgermeister Walter Mairhofer die Glückwünsche der Marlinger Gemeindeverwaltung an die Schützenkompanie. Wer so wie die Schützenkompanien die Tiroler Traditionen pflegen, dürfe nicht als "Ewig Gestrige" bezeichnet werden.
In seinen Schlussworten erinnerte Hauptmann Andreas Leiter-Reber noch einmal an die vergangene Franz-Innerhofer-Gedenkfeier in Marling am 16. April 2011. Bezeichnend sei damals die Einschätzung des Tiroler Altlandeshauptmannes Wendelin Weingartner zur Autonomie gewesen. "Die Südtiroler hätten im Haus Italien eine Wohnung, in welcher es sich zurzeit angenehm leben lasse, nur sei das Haus das Falsche", so Weingartner damals. Angesicht der katastrophalen Wirtschaftslage, in der sich der italienische Staat befinde sowie der nicht durchführbaren Gesetze, die von diesem laufend verabschiedet würden, dürfe man sich nicht wundern, wenn nun auch renommierte Südtiroler Wirtschaftsexperten, wie etwa Robert Weißensteiner (Südtiroler Wirtschaftszeitung), die Vorteile eines eigenen Staates Südtirol aufzeigen würden. Südtirol brauche deshalb, so der Marlinger Schützenhauptmann abschließend, kein schönes Zimmer in einem fremden Haus, sondern ein echtes Eigenheim.
Mit der Tiroler Landeshymne wurde der offizielle Teil der Fahnenweihe mit dem Abmarsch der Formationen und Defilierung vor dem Dorfplatz beendet.
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