Vorschlag zur weiteren Verwendung des Duce-Reliefs
Kategorie: Südtiroler Schützenbund
Von: SSB - Online Team
Montag, 07. März 2011
BOZEN - Die Südtiroler Landesregierung hat nach dem Abkommen zwischen der SVP und dem römischen Kulturminister Sandro Bondi einen Ideenwettbewerb zur Umgestaltung des Duce-Reliefs ausgeschrieben.
Der Südtiroler Schützenbund hat heute seinen Vorschlag beim Landeshauptmann hinterlegt. Hier kann der Inhalt des Schreibens vollinhaltlich nachgelesen werden.
Geschätzter Herr Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder!
Geschätzte Mitglieder der Landesregierung!Die Südtiroler Landesregierung hat einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben, der diesem "Duce" die Ausstrahlung nehmen und ihm doch noch einen gewissen musealen Wert zugestehen soll.
Daraufhin hat der Südtiroler Schützenbund mit großer Aufmerksamkeit die Diskussion über die weitere Verwendung des "Duce", der zurzeit"jenen zuwinkt die ihn auslachen" (Zitat Herbert Rosendorfer), verfolgt und möchte sich wie folgt in die Diskussion einbringen.
Es ist aufgefallen,
- dass sich besonders Künstler um den Erhalt des Reliefs bemühen;
- dass sich besonders die italienischen Rechtsparteien gegen eine Veränderung des Gesamtbildes aussprechen;
- dass aber auch die gemäßigten italienischen Parteien, wohl aus Angst, Wählerstimmen zu verlieren, sich nicht klar vom Relief distanzieren;
- dass hingegen auf der Seite der deutschsprachigen Bevölkerung (SVP-Stadtrat Luis Walcher und vieler anderer) das Mussolini-Relief absolut keine Daseinsberechtigung mehr in einem demokratischen Europa hat.
Es gibt noch viele weitere Wortmeldungen, auf die der Südtiroler Schützenbund nicht ins Detail eingehen möchte.
Eines ist aber gewiss! Von den oben genannten Strömungen kann und sollte die Landesregierung nur zweien gewissenhaft Aufmerksamkeit schenken. Den Wünschen jener Ewiggestrigen, welche die Italianità auf Tiroler Boden weiter pflegen wollen, sollte sich die Landesregierung jedoch nicht verpflichtet fühlen!
Nun möchten wir im Sinne der zwei wichtigen obengenannten Strömungen Rechnung tragen, und folgenden Vorschlag unterbreiten:
In Predappio steht noch das Geburtshaus des Benito Mussolini, das jedes Jahr von mehreren tausend Rechtsradikalen besucht wird. Das Geburtshaus ist in ein Museum umgewandelt worden. Dort werden regelmäßig Ausstellungen mit geschichtlichem Hintergrund angeboten, die sich aber auch durchaus kritisch mit der Zeit des Faschismus beschäftigen. Es gibt dort auch eine Mussolini-Krypta mit Ehrenwache. Das Geburtshaus wird von der Gemeinde verwaltet, die dort im Museum auch ein gutes Geschäft mit dem Verkauf von allerlei Mussolini-Souvenirs macht.
Dieses Szenario bei uns in Südtirol? Können Sie sich dies vorstellen? Unser Land, das nie zu diesem Staat gehören wollte, sollte jetzt einen Profit mit jenem Unrechtsregime machen, das uns so gewaltsam italianisieren wollte? Dem selbstlosen Einsatz der Katakombenlehrer, eines Kanonikus Michael Gamper und vieler anderer käme das wohl eines Verrats gleich! Wäre das zu verantworten?
Nun unser konkreter Vorschlag für die weitere Verwendung des Mussolini-Reliefs:
Das Land Südtirol sollte der Gemeinde Predappio das Mussolini-Relief als Dauerleihgabe für das Geburtshaus und das Museum von Benito Mussolini zur Verfügung stellen.
Über die Vorteile dieser Vorgangsweise brauchen wir sicher keine weiteren Zeilen schreiben. Denn bei den oben genannten, wichtigen Strömungen würde Genüge getan. So wäre ein weiterer Zankapfel "aus den Augen "“ aus dem Sinn" (es gibt noch anderes faschistisches Erbe) und, was ganz wichtig ist:
In Predappio würde Benito "jenen zuwinken, die ihn mögen" "“ dort vielleicht förderlich, in diesem Tiroler Landesteil jedoch mit Sicherheit nicht!!! Es ist nämlich unbestritten, dass diese Geisteshaltung Südtirol in seinerweiteren humanistischen Entwicklung massiv stört!
Für den Südtiroler Schützenbund
Paul Bacher
Landeskommandant
- Dateien:
- Vorschlag_Verwendung_Mussolinirelief.pdf97 K
Kommentare abgeben
Kommentare können momentan nicht abgegeben werden.













