Makabere Polemik
Kategorie: Südtiroler Schützenbund
Von: SSB - Online Team
Dienstag, 01. Juni 2010
BOZEN - Mit großer Verwunderung haben wir Bezirksmajore aus dem Vinschgau, Burggrafenamt, Wipptal und Unterland die unhöfliche Berichterstattung über unsere Nichtteilnahme an der Beerdigung von Altlandeshauptmann Dr. Silvius Magnago in der Tageszeitung "Dolomiten" gelesen. Es kommt uns schon sehr makaber vor, während einer Beerdigung, noch dazu, bevor die letzte Schaufel Erde das Grab bedeckt, über Gründe von Teilnahme und Fernbleiben polemische und einseitige Behauptungen anzuzetteln.
Als Schützenoffiziere glauben wir sehr genau zu wissen, in welcher Art und Weise wir einem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen haben. Gleichzeitig würden wir es nie wagen, öffentlich über andere zu urteilen und eine Nichtteilnahme als Boykott hinzustellen.
Wir schätzen die Leistungen, die Dr. Silvius Magnago für Südtirol erbracht hat, klammern aber im Gedenken an ihn seine Versäumnisse nicht aus. Gleich wie wir um Magnagos Verdienste in der Südtiroler Nachkriegspolitik und um die Autonomie wissen, ist Magnagos Verhalten während und nach den Bombenjahren gegenüber vielen Folteropfern und deren Angehörigen tief in unserem Bewusstsein verankert. Nicht nur Magnago, auch viele andere damals führende Politiker haben den Großteil der Aktivisten schamlos im Stich gelassen. Die kalte und herzlose Art, mit der der damalige Landeshauptmann Häftlingsfrauen - die am meisten Opfer bringen mussten - behandelt hat, ist von vielen z.T. noch lebenden Betroffenen bezeugt.
Eine Beerdigung eines verdienten Mannes sollte aber keine Aufrechnung von Gutem und Schlechten sein. Deshalb haben wir es persönlich vorgezogen, am Tag seiner Beerdigung unserer Arbeit nachzugehen - ohne Polemik. So wie dies mehrere 10.000 Bedienstete gemacht haben, deren ehemaliger Chef Magnago war. So wie das - aus welchem Grund auch immer - mehrere 10.000 von Magnagos Parteifreunden getan haben, und so wie es dies wohl weit über 97% der Bevölkerung Südtirols gemacht hat: alle sind sie der Beerdigung einfach und ohne Kommentar fern geblieben.
Dr. Silvius Magnago war selbst - besonders vor, aber auch während seiner Zeit als Landeshauptmann, Opfer medialer Sticheleien und politischer Intrigen, deren Urheber und System ihn offenbar überdauert haben.
BzMjr. Christian Stricker, Vinschgau
BzMjr. Helmut Gaidaldi, Burggrafenamt-Passeier
BzMjr. Rudolf Lanz, Südliches Wipptal
BzMjr. Thomas Winnischhofer, Süd-Tiroler Unterland
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