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Bericht zur Buchvorstellung in Neumarkt

Kategorie: Südtiroler Schützenbund, Referate

Von: SSB - Redaktion
Freitag, 13. November 2009

Von links: Sepp Mitterhofer, Maya Mayr, Luis Steinegger und Elmar Thaler.

NEUMARKT - Der Schützenbezirk Süd-Tiroler Unterland hat in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Schützenbund am Mittwoch, dem 11. November 2009, das Buch "Für die Heimat kein Opfer zu schwer" vorgestellt.      

Lange Zeit wurde ein wichtiges Kapitel unserer jüngeren Tiroler Landesgeschichte verschwiegen: die Ereignisse um die Feuernacht sowie die darauf folgenden brutalen Folterungen von Südtirolern durch italienische Carabinieri. Mit Bombenanschlägen hatten damals einige Südtiroler die Weltöffentlichkeit auf das Südtirol-Problem aufmerksam gemacht. Das neue Buch "Für die Heimat kein Opfer zu schwer" von Helmut Golowitsch bringt eine ganze Reihe von neuen Erkenntnissen im Zusammenhang mit den Folgen der Bombenanschläge der 60er Jahre, und vor allem werden erstmals alle Folterbriefe der Häftlinge vollinhaltlich wiedergegeben. Einleitend begrüßte Bezirksmajor Thomas Winnischhofer die vielen interessierten Zuhörer: Gekommen waren an die 100 Personen. Nachdem Bundesgeschäftsführer Elmar Thaler einen kurzen geschichtlichen Rückblick vorgetragen hatte, wurden einige Folterbriefe von politischen Häftlingen im verdunkelten Saal ungekürzt verlesen. Den Zuhörern gingen die Briefe regelrecht unter die Haut, übersteigt so eine Brutalität doch jegliches Vorstellungsvermögen.               

Anschließend wurden drei der damaligen politischen Häftlinge auf das Podium gebeten: Sepp Mitterhofer, der Obmann des Südtiroler Heimatbundes, Maya Mayr aus Rentsch sowie Luis Steinegger aus Tramin.

Sepp Mitterhofer erzählte unter anderem, wie er die grausamen Folterungen am eigenen Leib miterlebt hat und was die Verhaftung für die Familien und das Umfeld der Häftlinge bedeutete.

Maya Mayr aus Rentsch berichtete, wie sie durch Erlebniserzählungen ihrer Mutter und die Verhaftung der Pfunderer Buabm zum Südtiroler Freiheitskampf gestoßen ist. Sie hatte die Freiheitskämpfer im Kerker betreut und wurde später als 22-Jährige selbst zu einem Jahr Haft verurteilt.

Von der menschlichen Seite im Gefängnis von Trient berichtete Luis Steinegger. Der dortige Direktor war den Häftlingen sehr positiv gesinnt und behandelte sie gut.

Eine tiefe Enttäuschung bedeutete damals für die Häftlinge das Verhalten der Südtiroler Volkspartei mit Silvius Magnago, auf die sie all ihre Hoffnung gerichtet hatten und an die die Folterbriefe adressiert waren. Nicht nur, dass diese lange nicht an die Öffentlichkeit gebracht wurden, sondern die Häftlinge wurden trotz ihrer untragbaren Situation auch moralisch völlig im Stich gelassen.

Maya Mayr erzählte etwa, wie sie und einige weitere Personen von Magnago verschickt wurden, als sie ihm die Briefe des gefolterten Pusterers Konrad Auer übergeben wollte. Aber nicht nur die Politiker ließen die Häftlinge hängen - jeder Parlamentarier hätte nämlich ohne bürokratische Schwierigkeiten die Südtirolaktivisten in den Gefängnissen besuchen können -, sondern der damalige Bischof Josef Gargitter bezichtigte die Südtirolaktivisten gar als Kommunisten.

In der anschließenden Diskussion kam Mitterhofer auf das oft fehlende Heimatbewusstsein einiger Jugendlichen zu sprechen und wies darauf hin, dass die Zukunft des Landes in ihrer Hand liege. Auf die Frage an die Podiumsdiskussionsteilnehmer, wie sie die Zukunft sehen würden, waren sich alle einig: Südtirol müsse sich vom italienischen Staat lösen und die Politiker müssten endlich umdenken.

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Selbstbestimmung

Kein Staat der Erde kann auf die Dauer einem Volk die Selbst- bestimmung vorenthalten, auch Italien den Südtirolern nicht, aber wollen und fordern muss man sie!

Felix Ermacora (* 13. Oktober 1923 in Klagenfurt; † 24. Februar 1995 in Wien)

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